Stoffwechsel und Gelenkverschleiß

SGLT2-Inhibitoren: Neue Hoffnung bei Arthrose?

European Congress of Rheumatology 2026
|Erschienen am: 
|Lesezeit: 2 Min
SGLT2-Hemmer schwächten im Mausmodell die Knorpeldegeneration.

SGLT2-Inhibitoren sind offenbar nicht nur bei Diabetes und Herzinsuffizienz nützlich: Neue Daten deuten auf einen knorpelschützenden Effekt bei Arthrose hin.

Gibt es bald ein weiteres Einsatzgebiet für SGLT2-Inhibitoren? Neue Daten sprechen dafür, dass die Hemmung des Natrium-Glukose-Cotransporters 2 (SGLT2) positive Effekte bei der Arthrose haben könnte, berichtete eine Arbeitsgruppe um J. Zhu von der Central South University in Changsha. Sie hatte das Therapieprinzip in verschiedenen Ansätzen gegen Arthrose untersucht. Hintergrund war die Tatsache, dass eine gesteigerte Glykolyse wesentlich zur Pathogenese der Arthrose beiträgt – und die Hemmung von SGLT2 die Glukoseaufnahme in die Zelle und damit die zelluläre Glykolyse unterdrückt. 

Zunächst ergaben Mendelsche Randomisierungsanalysen Hinweise auf einen kausalen Zusammenhang zwischen SGLT2-Hemmung und einem geringeren Arthroserisiko. Anschließend bestätigten die Forschenden die Expression von SGLT2 in murinen und humanen Chondrozyten. Im Mausmodell der Arthrose führten dann sowohl ein lokaler SGLT2-Knockdown als auch die orale Gabe eines SGLT2-Hemmers zu einer deutlichen Abschwächung der Knorpeldegeneration und einer verlangsamten Krankheitsprogression. Es zeigte sich, dass die SGLT2-Hemmung die pathologisch gesteigerte Glykolyse reduzierte, den AMPK-Signalweg aktivierte und den gestörten Autophagiefluss in Chondrozyten wiederherstellte. Dadurch ließ sich die Knorpelschädigung begrenzen.

Unter SGLT2-Hemmern war das Risiko für einen Gelenkersatz geringer

Schließlich analysierte das Autorenteam die Daten von 35.617 Erwachsenen. Patientinnen und Patienten unter einer Therapie mit SGLT2-Hemmern hatten ein geringeres Risiko für einen arthrosebedingten Gelenkersatz – ein klinisch bedeutsamer Endpunkt, der die experimentellen Befunde stützt. 

Das Autorenteam sieht die Ergebnisse als starke Evidenz dafür, dass SGLT2-Hemmer als krankheitsmodifizierende Therapie bei Arthrose infrage kommen könnten. Da die Substanzen bereits für andere Indikationen zugelassen sind und ein gut charakterisiertes Sicherheitsprofil besitzen, erscheint eine klinische Umwidmung grundsätzlich möglich. Ob sich die vielversprechenden präklinischen und beobachteten Daten in randomisierten kontrollierten Studien bestätigen, muss jedoch erst noch gezeigt werden.

Zhu J et al. EULAR Congress 2026; OP066; doi: 10.1136/annrheumdis-2026-eular.A.1490

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