Urologie & Frauengesundheit

Wiederkehrende HWI rauben Frauen die Lust

19. Urologie-Update-Seminar
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Das sexuelle Verlangen von Patientinnen mit wiederkehrenden Harnwegsinfektionen ist im Vergleich zu Gesunden häufig geringer.

Eine spanische Studie zeigt: Frauen mit rezidivierenden Harnwegsinfekten leiden nicht nur körperlich – auch ihr Sexualleben ist massiv beeinträchtigt. Schmerzen, Lustverlust und Frust im Bett sind alarmierend häufig.

Rezidivierende Harnwegsinfektionen beeinträchtigen das Sexualleben von Frauen erheblich. Dies ergab eine Fall-Kontroll-Studie aus Spanien,1 in der man potenziell vorhandene Einschränkungen in Erfahrung brachte.

Patientinnen mit wiederkehrenden Harnwegsinfektionen (n = 383) hatten im Vergleich zu gesunden Kontrollen (n = 161) signifikant häufiger ein geringes oder sehr geringes sexuelles Verlangen (61,9 vs. 48,1 %). Mehr als jede Dritte gab an, wenig oder fast gar kein Vertrauen in die eigene Fähigkeit zur sexuellen Erregung zu haben. Bei Gesunden war dies dagegen nur zu 7,5 % der Fall, berichtete die Urologin PD Dr. ­Jennifer ­Kranz von der RWTH Aachen.

Mehr als jede zweite Frau mit HWI war mit dem Geschlechtsverkehr unzufrieden

Schwierigkeiten, einen Orgasmus zu erreichen, räumten 29,6 vs. 20,7 % der Befragten ein. Über Schmerzen oder Unbehagen bei mindestens jeder zweiten Penetration klagten 43,9 vs. 19,6 %. Mehr als jede zweite Frau mit rezidivierenden Harnwegsinfektionen war mit dem Geschlechtsverkehr unzufrieden. In der Gruppe der Gesunden traf dies nur auf jede siebte zu.

Die Ergebnisse untermauern, dass die Lebensqualität von Frauen mit wiederholt auftretenden Harnwegsinfektionen deutlich eingeschränkt ist, erklärte Dr. Kranz. Man solle daher die vorhandenen Möglichkeiten zur Infektprävention konsequent nutzen.

1.    Medina-Polo J et al. J Sex Med 2025: 22: 454–463; doi: 10.1093/jsxmed/qdae198

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