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Klinik-Atlas Erste Nachbesserung nach allgemeinem Kopfschütteln

Gesundheitspolitik Autor: Michael Reischmann

Expert:innen haben empfohlen, den Klinik-Atlas als Testversion auszuschreiben. Expert:innen haben empfohlen, den Klinik-Atlas als Testversion auszuschreiben. © Mahmud – stock.adobe.com
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Als „übersichtlichen Wegweiser durch den Krankenhaus-Dschungel“ hatte das BMG seinen Bundes-Klinik-Atlas zum Start am 17. Mai angekündigt. 

Eine Woche später war schon ein Update nötig, weil die Online-Datenbank erkennbar falsche Angaben ausspuckte. Die Kritik an dem neuen Angebot hat das aber nicht verstummen lassen. 

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) präsentierte u.a. ein Beispiel, bei dem der Klinik-Atlas mit viel zu geringen Fallzahlen „aus einer spezialisierten Klinik mit zahlreichen Qualitätsmerkmalen eine Klinik mit Gelegenheitsversorgung“ machte. Aus allen Bundesländern seien Meldungen von Krankenhäusern eingetroffen, die falsche Angaben zu ihren Ausstattungen, Notfallstufen und zu niedrigen Fallzahlen beklagten. Kliniken, die noch nie die Personalvorgaben unterschritten hätten, seien im Atlas plötzlich mit einer roten Ampel dargestellt worden. Die DKG rät Patienten, lieber das „Deutsche Krankenhausverzeichnis“ zur Information zu nutzen.

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft spricht von einer „massiven Desinformation“ durch den BMG-Atlas und fordert weitere Nachbesserungen im Interesse der betroffenen Patienten und Kliniken. Die Ad-hoc-Kommission Versorgungsstrukturen der AWMF hält den Atlas ebenfalls derzeit nicht für vertrauenswürdig. Sie fordert das BMG auf, die Webseite als Testversion auszuweisen.

Quelle: Medical-Tribune-Bericht

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