Krebsforschung Mitsprache Betroffener soll zum Standard werden

Gesundheitspolitik Autor: Cornelia Kolbeck

Zuhören und noch stärker auf die Bedürfnisse der Patienten eingehen – so sieht die Zukunft der Krebsforschung aus. Zuhören und noch stärker auf die Bedürfnisse der Patienten eingehen – so sieht die Zukunft der Krebsforschung aus. © iStock/KatarzynaBialasiewicz
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Deutschland hat gemeinsam mit Portugal und Slowenien im Rahmen der aktuellen Ratspräsidentschaft die Patientenbeteiligung in der Krebsforschung gestärkt.

Die entsprechenden Prinzipien (Principles of Successful Patient Involvement in Cancer Research) seien in einem mehrstufigen Verfahren von Patientenorganisationen, Forschenden, in medizinischen und pflegerischen Berufen Tätigen, Vertretern aus der Industrie und aus Förderorganisationen sowie weiteren Beteiligten aus ganz Europa formuliert worden, heißt es. 130 Akteure aus 16 europäischen Ländern seien beteiligt gewesen.

Eine patientenzentrierte Krebsforschung soll in Europa langfris­tig zum Standard werden und sich noch enger an den Bedürfnissen der betroffenen Patientinnen und Patienten ausrichten, kommentiert das Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) das Übereinkommen. Jährlich erkrankten in Deutschland ca. eine halbe Million Menschen an Krebs, in naher Zukunft werde sogar ein Anstieg der Neuerkrankungen auf 600.000 Fälle pro Jahr prognostiziert: „Forschung ist deshalb unser wichtigstes Werkzeug gegen Krebs“, so das BMBF.

130 Akteuere aus 16 Ländern haben mitgewirkt

„Mit den neuen ,Prinzipien für eine erfolgreiche Patientenbeteiligung in der Krebsforschung‘ setzen wir als aktuelle Triopräsidentschaft einen wichtigen Impuls“, betont Bundesforschungsministerin Anja ­Karliczek. Wissenschaft in ganz Europa müsse sich öffnen: „Wir brauchen in der Forschung einen Kulturwandel hin zu mehr Partizipation.“ Neben der systematischen Einbindung der Betroffenen in die Krebsforschung – von der Formulierung der Fragestellung bis zur Verwertung der Ergebnisse – soll das Thema der Lebensqualität der Patienten stärker in den Fokus rücken.

Die Prinzipien seien Basis für ein neues Miteinander von Patienten und Wissenschaft in der Krebsforschung, sie seien aber auf die gesundheitsorientierte Forschung insgesamt übertragbar, so die Ministerin. Patientenbeteiligung in ganz Europa müsse zum Standard werden.

Durch die Einbindung von Betroffenen und Nutzern können laut BMBF Forschungsprojekte und ihr Design besser auf die tatsächlichen Bedarfe der Betroffenen ausgerichtet werden. Zudem würden die Ergebnisse von Forschungsvorhaben eine größere Akzeptanz und Unterstützung erfahren. In dem Prinzipienpapier selbst wird allerdings auch darauf verwiesen, dass Patientenbeteiligung in Europa vielfach auch schon praktiziert wird.

Quelle: BMBF-Information

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