Glosse Rückblick auf die nächsten 60 Jahre

Aus der Redaktion Autor: Sascha Gehrken

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Die Medical Tribune feiert ihren 60. Geburtstag! Doch statt in die Vergangenheit zu blicken, schauen wir auf die Erfolge und Rückschläge der nächsten 60 Jahre. Eine Glosse. 

2036: Pünktlich zum 70-jährigen Jubiläum bringt MT ein digitales Patientenmagazin heraus. Das sogenannte ePAper hat jedoch mit einigen Startschwierigkeiten zu kämpfen. Für Ärztinnen und Ärzte wird die Zeitung zum interaktiven Erlebnis mit Hologrammbildern und auskultierbaren Texten – das alles im handlichen Smartphone-Format DIN A6.

2041: Titelstory der MT: Gesundheitsminister Markus Söder fliegt mit einem SpaceX-Shuttle zum Universitätsklinikum auf der Rückseite des Mondes, um sein Mikrobiom der Forschung zu spenden. Auf Social Media trendet der Hashtag #söderisstINSPACE. Grundsätzlich werden Themen wie Weltraummedizin (Schutzimpfungen vor „All-inklusive“-Urlauben) und medizinische Informatik („Frau Doktor, mein Pflegeroboter hat ein Datenleck“) im Praxisalltag und damit für den Fachjournalismus immer wichtiger.

2056: Zehn Jahre vor dem 100. Geburtstag stecken Verlage in der Krise. Seit eine Texterstellungs-KI wegen Überlastung abgestürzt ist, schreibt die Europäische KI-Rechtskonvention kürzere Arbeitszeiten und Gehälter für entsprechende Systeme vor. Immerhin: Medical Tribune schickt einen Korrespondenten zum Mars, der zunehmend besiedelt wird.

2066: Die Jubiläumsausgabe erscheint in der Weltsprache Lingua Interglobalis, einer Mischung aus Mandarin, Englisch und Klingonisch. Ausgezeichnet wird die MT-Redaktion für ihre hervorragende Berichterstattung während der ersten Mars-CoV-2-Pandemie, die dank der eingelagerten Maskenreserven von Jens Spahn rasch eingedämmt werden konnte. Auch Spahn geht nicht leer aus: Zusammen mit dem hochgeladenen Bewusstsein des kryokonservierten ehemaligen US-Präsidenten Trump bekommt er den Medizin-Nobelpreis (gesponsert von der Fifa).

2086: MT projiziert Texte mit Quantentinte direkt auf die Netzhaut. Das erleichtert den praktizierenden Arzt-Androiden die Arbeit. Die im Hintergrund tätigen menschlichen Ärztinnen und Ärzte müssen sich im Zeitalter der post-physischen Medizin aber noch zurechtfinden. Selbstverständlich begleitet sie Medical Tribune mit ihrer nunmehr 120-jährigen Geschichte dabei.