Transplantationsexperte wegen Totschlags und Körperverletzung verhaftet

Gesundheitspolitik Autor: Cornelia Kolbeck

Gegen den Mediziner wird unter anderem wegen Totschlags und Körperverletzung ermittelt. Gegen den Mediziner wird unter anderem wegen Totschlags und Körperverletzung ermittelt. © fotolia/Alexander
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Ein Transplantationsmediziner aus dem Universitätsklinikum Essen steht unter Verdacht, für medizinisch nicht indizierte Lebertransplantationen verantwortlich zu sein. Er wurde verhaftet.

Wie die Staatsanwaltschaft Essen meldet, handelt es sich bei dem Festgenommenen um den Direktor der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie. Im Fokus stehen sechs Fälle aus den Jahren 2012 bis 2015. Der 61-jährige Spezialist soll an den Operationen zum Teil selbst beteiligt gewesen sein.

Der Haftbefehl war wegen Totschlags in einem Fall, wegen gefährlicher Körperverletzung in fünf Fällen und wegen Verstoßes gegen das Transplantationsgesetz in zweien dieser Fälle ausgestellt worden. Begründet wird die Verhaftung mit einer Flucht- und Verdunkelungsgefahr sowie der Befürchtung, der Beschuldigte könne weitere Taten begehen. Die Staatsanwaltschaft unterstellt ihm, in allen Fällen gewusst zu haben, „dass die Indikation nicht gegeben war, weil das Risiko der Transplantation höher war als das Risiko der Erkrankungen, an denen diese sechs Patienten litten, und für die risikoärmere, alternative Behandlungsmöglichkeiten mit guter Prognose bestanden hätten“.

Auslöser der Ermittlungen war der Anfangsverdacht, dass gegenüber der Koordinierungsstelle Eurotransplant gefälschte Krankendaten angegeben worden waren.

Quelle: Presseinformation der StA Essen

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