Generikahersteller fordert EU-Zölle auf Wirkstoffe aus China
Das Pharmaunternehmen Sandoz fordert Antidumpingzölle auf Amoxicillin-Wirkstoffe aus China. Hintergrund sind mutmaßliche Preisunterbietungen und staatliche Subventionen.
Das Unternehmen Sandoz geht in Brüssel in die Offensive: Der Generikahersteller hat nach eigenen Angaben bei der EU-Kommission einen Entwurf für eine Antidumpingbeschwerde eingereicht. Es geht um chinesische Wirkstoffimporte für die Antibiotikaproduktion, konkret um Amoxicillin-Wirkstoffe. Das in der Schweiz ansässige Unternehmen sieht „eindeutige Anzeichen für marktverzerrendes Verhalten“. Als Beispiele nennt Sandoz Preisunterbietungen sowie staatliche Subventionen.
Mit der Beschwerde drängt der Konzern die EU, Antidumpingzölle zu prüfen. Ziel sei es, zu verhindern, dass die globalen Märkte mit „extrem billigen, staatlich subventionierten Penicillin-Wirkstoffen“ überschwemmt werden. Sandoz bezeichnet den Schritt als „wegweisend“ – laut Unternehmen ist es der erste derartige Fall in der Pharmaindustrie seit Jahrzehnten.