Doping ist längst Teil von Fitness und Breitensport
Radrennfahrer, Schwimmer, Läufer – Doping kennt man aus dem Profisport. Aber auch manch Freizeitsportler hilft bei der Leistungssteigerung nach. Warum das so ist, erklärt Professor Dr. Ralf Brand, Sportwissenschaftler und Leiter Sport- und Bewegungspsychologie, Universität Potsdam.
In welchem Umfang wird im Freizeitsport gedopt?
Prof. Brand: Die Forschung bewegt sich hier in einem Dunkelfeld. Wir können uns im Wesentlichen nur auf das konzentrieren, was uns Menschen mitteilen oder was wir selbst – sehr stichprobenhaft – beobachten können. Die Zahlen des deutschen Zolls zeigen, dass in den vergangenen Jahren mehrere Tonnen verbotener Substanzen an deutschen Flughäfen aufgegriffen wurden. Man kann relativ leicht ausrechnen, dass allein die gefundene Menge an Anabolika ausreichen würde, um Zehntausende Bodybuilder zu mästen. Wahrscheinlich sind die aufgegriffenen Mengen aber nur ein Bruchteil der Menge, die tatsächlich in Deutschland landet.
Wie kommen die Konsumenten üblicherweise an die verbotenen Substanzen ran?
Prof. Brand: Eine Möglichkeit ist der Erwerb übers Internet. Das schaffen schon 12-Jährige. Wenn Sie eine Suchanfrage nach „Anabolika kaufen“ starten, werden auf der Stelle 40 oder 50 Händler angezeigt. Uns wurde auch berichtet, dass man einfach im Fitnessstudio um die Ecke eine Person dazu ansprechen kann. Da wird zwar nicht im großen Stil gedealt, aber es ist dennoch relativ leicht, an solche Substanzen zu kommen.