EU-Projekt untersucht kognitive Folgen der CKD
EU-Projekt untersucht kognitive Folgen der CKD
Die Universitätsmedizin Greifswald ist als einziger deutscher Partner am europäischen Forschungsprojekt MOMENTUM beteiligt.
Der Verbund aus 13 Einrichtungen in neun Ländern will klären, warum Menschen mit chronischer Nierenerkrankung (CKD) besonders häufig Einschränkungen ihrer geistigen Leistungsfähigkeit entwickeln. Das bis Mai 2030 laufende Projekt wird im Rahmen von Horizon Europe mit knapp sechs Millionen Euro gefördert.
Weltweit leben etwa 850 Millionen Menschen mit einer chronischen Nierenerkrankung. Nach Angaben des Projekts weisen bis zu 60 Prozent der Betroffenen kognitive Beeinträchtigungen auf – etwa Aufmerksamkeits- und Konzentrationsdefizite. Diese leichte kognitive Beeinträchtigung bei CKD wird als MCI-CKD (Mild Cognitive Impairment in Chronic Kidney Disease) bezeichnet. Zudem haben Menschen mit CKD ein erhöhtes Demenzrisiko.
Urämische Toxine im Fokus
Im Mittelpunkt von MOMENTUM stehen urämische Toxine. Die Forschenden untersuchen, ob und auf welche Weise diese Substanzen die Funktion des Gehirns beeinträchtigen. Am Institut für Anatomie und Zellbiologie der Universitätsmedizin Greifswald werden die Auswirkungen ausgewählter urämischer Toxine in einem etablierten Nierenmodell an Zebrafischlarven untersucht. Gemeinsam mit einem italienischen Partner prüfen die Forschenden außerdem, ob die Toxine das Verhalten der Larven verändern. Bewegungsmuster können Hinweise darauf liefern, wie das Nervensystem auf die Substanzen reagiert. „Wir wollen Schritt für Schritt nachvollziehen, wie eine eingeschränkte Nierenfunktion letztlich auch das Gehirn beeinträchtigen könnte“, sagt Prof. Nicole Endlich, Geschäftsführerin des Instituts für Anatomie und Zellbiologie an der Unimedizin Greifswald.
Langfristig sollen Biomarker identifiziert werden, mit denen sich kognitive Einschränkungen bei CKD früher erkennen und ihr Verlauf besser einschätzen lässt. Ziel ist es, besonders gefährdete Patientinnen und Patienten rechtzeitig zu erkennen und gezielter zu behandeln. Die internationale Zusammenarbeit soll dabei helfen, die komplexen Wechselwirkungen zwischen Nierenfunktion, urämischer Belastung und Gehirn aufzuklären und neue Erkenntnisse für die Versorgung nutzbar zu machen.
Link zum Projekt: https://cordis.europa.eu/project/id/101286954/de
Quelle: Pressemeldung Universität Greifswald, 1.9.2026
Die Universitätsmedizin Greifswald ist als einziger deutscher Partner am europäischen Forschungsprojekt MOMENTUM beteiligt.
Der Verbund aus 13 Einrichtungen in neun Ländern will klären, warum Menschen mit chronischer Nierenerkrankung (CKD) besonders häufig Einschränkungen ihrer geistigen Leistungsfähigkeit entwickeln. Das bis Mai 2030 laufende Projekt wird im Rahmen von Horizon Europe mit knapp sechs Millionen Euro gefördert.
Weltweit leben etwa 850 Millionen Menschen mit einer chronischen Nierenerkrankung. Nach Angaben des Projekts weisen bis zu 60 Prozent der Betroffenen kognitive Beeinträchtigungen auf – etwa Aufmerksamkeits- und Konzentrationsdefizite. Diese leichte kognitive Beeinträchtigung bei CKD wird als MCI-CKD (Mild Cognitive Impairment in Chronic Kidney Disease) bezeichnet. Zudem haben Menschen mit CKD ein erhöhtes Demenzrisiko.
Urämische Toxine im Fokus
Im Mittelpunkt von MOMENTUM stehen urämische Toxine. Die Forschenden untersuchen, ob und auf welche Weise diese Substanzen die Funktion des Gehirns beeinträchtigen. Am Institut für Anatomie und Zellbiologie der Universitätsmedizin Greifswald werden die Auswirkungen ausgewählter urämischer Toxine in einem etablierten Nierenmodell an Zebrafischlarven untersucht. Gemeinsam mit einem italienischen Partner prüfen die Forschenden außerdem, ob die Toxine das Verhalten der Larven verändern. Bewegungsmuster können Hinweise darauf liefern, wie das Nervensystem auf die Substanzen reagiert. „Wir wollen Schritt für Schritt nachvollziehen, wie eine eingeschränkte Nierenfunktion letztlich auch das Gehirn beeinträchtigen könnte“, sagt Prof. Nicole Endlich, Geschäftsführerin des Instituts für Anatomie und Zellbiologie an der Unimedizin Greifswald.
Langfristig sollen Biomarker identifiziert werden, mit denen sich kognitive Einschränkungen bei CKD früher erkennen und ihr Verlauf besser einschätzen lässt. Ziel ist es, besonders gefährdete Patientinnen und Patienten rechtzeitig zu erkennen und gezielter zu behandeln. Die internationale Zusammenarbeit soll dabei helfen, die komplexen Wechselwirkungen zwischen Nierenfunktion, urämischer Belastung und Gehirn aufzuklären und neue Erkenntnisse für die Versorgung nutzbar zu machen.
Link zum Projekt: https://cordis.europa.eu/project/id/101286954/de
Quelle: Pressemeldung Universität Greifswald, 1.9.2026
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