Impfen bei CKD: Was gibt es Neues?
Für Menschen mit CKD bleibt Impfen zentral: Impfstatus früh prüfen, Lücken vor Dialyse oder Transplantation schließen und Schutz regelmäßig bewerten. Die STIKO hat ihre Empfehlungen zu Pneumokokken, RSV und Herpes zoster angepasst.
Für Menschen mit CKD bleibt Impfen ein zentraler Bestandteil der Infektionsprävention. An der Grundstrategie hat sich wenig geändert: Impfstatus früh prüfen, Lücken möglichst schon vor Dialyse oder Transplantation schließen und unter Dialyse sowie nach Transplantation den Schutz regelmäßig neu bewerten. Wichtige Anpassungen in den Empfehlungen der STIKO betreffen z. B. Pneumokokken, RSV und Herpes zoster
Frühzeitig planen
Der Impfstatus sollte möglichst bereits im Prä-Dialysestadium vervollständigt werden, die Immunantwort kann später abgeschwächt sein, auch wenn Totimpfstoffe grundsätzlich auch bei Dialyse und nach Transplantation verabreicht werden können; Lebendimpfstoffe sind nach einer Transplantation in der Regel kontraindiziert.
Wichtige Impfungen bei CKD
Influenza und COVID-19 bleiben für gefährdete Patientengruppen jährlich relevant; eine klar nephrologiespezifische Neuerung gegenüber 2025 ergibt sich aus der STIKO-Übersicht nicht.
Pneumokokken: PCV20 bleibt zentral. Neu ist, dass für Kinder ab 2 Jahren und Jugendliche mit Risikofaktoren seit 2026 die bisherige sequenzielle Strategie entfällt und stattdessen eine einmalige PCV20Impfung empfohlen wird.
Hepatitis B bleibt besonders für Dialysepflichtige wichtig, da sie ausdrücklich als Indikationsgruppe gelten; vor Dialysebeginn sollte der Schutz möglichst komplettiert werden.
RSV: Neu ist 2026, dass die STIKO neben proteinbasierten Impfstoffen auch einen mRNA-RSV-Impfstoff empfiehlt, ohne einen Impfstoff zu bevorzugen.
Bei Herpes zoster wurde die Empfehlung präzisiert: Bei unter 60-Jährigen begründet nicht jede chronische Erkrankung automatisch eine Impfindikation. Leichte oder medikamentös gut kontrollierte chronische Erkrankungen allein reichen nicht aus; entscheidend sind vielmehr schwere Grunderkrankungen, ein erhöhtes individuelles Risiko oder eine Immunsuppression. Für Patientinnen und Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz bedeutet das eine stärker risikobasierte Einordnung.
Insgesamt zeigen die Änderungen für 2026 keinen Kurswechsel, sondern gezielte Anpassungen für einzelne Impfungen und Risikogruppen.
Quelle: RKI/Stiko: rki.de // BMI