Pressemitteilung des Berlin Institute of Health in der Charité

Krankheit durch Übergewicht: Neues Modell sagt Risiko besser vorher als BMI

Nierenarzt/Nierenärztin
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Übergewicht und Folgeerkrankungen: der BMI allein bildet das Risiko nur unzureichend ab.

Adipositas ist weltweit eine der größten gesundheitlichen Herausforderungen und kann zu einer Reihe von Folgeerkrankungen führen. Ob und mit welcher Schwere, kann von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sein. Wie aber können Ärzt:innen das Krankheitsrisiko genau bestimmen und so passgenaue Therapieentscheidungen treffen?

Forschende des Berlin Institute of Health in der Charité (BIH) und der Queen Mary University of London haben jetzt ein Vorhersagemodell entwickelt, um diese Frage zu beantworten. Das Modell OBSCORE basiert auf nur 20 allgemeinen Gesundheitsfragen und einfachen Bluttests. Es wurde anhand von Daten von rund 200.000 Menschen mit Adipositas oder Übergewicht getestet. Ein Ergebnis der jetzt veröffentlichten Studie: Der Body-Mass-Index (BMI) allein bildet das Risiko von adipositasbedingten Komplikationen unvollständig ab. Viele Menschen mit hohem Krankheitsrisiko könnten daher übersehen werden.

Seit Jahrzehnten stützen sich Ärzt:innen bei der Beurteilung von Adipositas und dem damit verbundenen Risiko für künftige gesundheitliche Komplikationen stark auf das Körpergewicht und den Body-Mass-Index (BMI). Der BMI ist zwar ein einfaches und weit verbreitetes Maß, kann jedoch die großen Unterschiede und komplexen Mechanismen, mit denen der menschliche Körper auf Übergewicht reagiert, nicht vollständig erfassen. Personen, bei denen das höchste Risiko festgestellt wurde, waren laut Studie nicht immer diejenigen mit dem höchsten BMI. Viele Menschen, bei denen das höchste Risiko prognostiziert wurde, haben Übergewicht statt Adipositas. Bei ihnen erhöhte eine Kombination aus metabolischen und klinischen Faktoren die Wahrscheinlichkeit für Komplikationen oder Erkrankungen.

Originalpublikation: Demircan, K. et al. Data-drivenprioritisation of high-risk individuals for weight loss interventions.Nature Medicine. DOI: 10.1038/s41591-026-04353-2

Pressemitteilung des Berlin Institute of Health in derCharité (BIH), 30.4.26

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