Maschinenperfusion für Spendernieren erfolgreich etabliert
An der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) kam die Maschinenperfusion zügig zum Einsatz. Zwei Menschen konnten bereits im Januar dank dieser Technologie eine neue Niere erhalten.
Einer von ihnen erhielt zusätzlich im Rahmen eines kombinierten Eingriffs eine neue Leber. „Beiden Patienten geht es gut, die transplantierten Nieren produzieren Urin – ein klares Zeichen für den Erfolg der Transplantationen“, sagt Dr. Nicolas Richter, Bereichsleiter in der MHH-Klinik für Allgemein-, Viszeralund Transplantationschirurgie.
Im Unterschied zur Kaltlagerung auf Eis wird das Organ bei der Maschinenperfusion kontinuierlich mit einer Konservierungslösung durchspült und unter kontrollierten Bedingungen versorgt. „Die Organe erreichen so unser Zentrum in sehr gutem Zustand“, konstatiert PD Dr. Philipp Felgendreff, Oberarzt in der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie der MHH. „Bei komplexen Eingriffen wie der kombinierten Leber-Nieren-Transplantation oder bei Organen mit erweiterten Spenderkriterien gewinnen wir durch diese neuartige Konservierung wertvolle Zeit und erhalten die Funktion der Organe besser.“ Im Vorfeld wurde das Personal intensiv geschult, zudem mussten interne Abläufe angepasst werden. „Das Gerät wiegt 23 Kilogramm und muss innerhalb der Klinik zuverlässig transportiert und im Operationssaal sicher gehandhabt werden“, so Dr. Ulrike Bode, Geschäftsführerin des Transplantationszentrums.
„Die erfolgreiche Transplantation maschinenperfundierter Nieren stellt einen wichtigen klinischen Meilenstein in der Transplantationsmedizin dar“, betont Prof. Dr. Moriz Schmelzle, Direktor der MHH-Klinik für Allgemein-, Viszeral und Transplantationschirurgie und Leiter des MHH-Transplantationszentrums. „Darüber hinaus verbessern wir die Versorgung von Patient:innen mit endgültigem Nierenversagen deutlich.
Pressemeldung MHH 26.01.26