Tag der Organspende 2026

BN-Schirmherr nimmt „Drive des Tages“ in die Politik mit

Nierenpatient:in
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Der Tag der Organspende steht für uns jedes Jahr ganz im Zeichen des Dankes gegenüber den Organspender:innen sowie ihren Angehörigen.

„Zeit, Zeichen zu setzen!“ Unter dem bekannten Motto zum Tag der Organspende (TdO) hat die Stadt Leipzig am ersten Juniwochenende gleich an zwei Tagen die Bevölkerung dazu aufgerufen, sich im Rahmen des parallel stattfindenden Stadtfestes mit dem Thema Organspende auseinanderzusetzen. Der BN e.V. war wieder mit einem Infostand und vielen Helfenden aus den Mitgliedsvereinen vertreten.

„Der Tag der Organspende steht für uns jedes Jahr ganz im Zeichen des Dankes gegenüber den Organspender:innen sowie ihren Angehörigen, die in einer schweren Situation eine Entscheidung getroffen haben, die anderen Menschen Zukunft schenkt“, sagte die BN-Vorsitzende Isabelle Jordans in Leipzig. Zu einem Standbesuch am Samstagnachmittag kam auch der neue BNSchirmherr Dr. Georg Kippels.

„ Jede Entscheidung für die Organspende gibt Hoffnung und kann Leben retten“, so Bundesgesundheitsministerin Nina Warken zum TdO, einem „Tag der Zuversicht“, der daran erinnere, wie wichtig es sei, die Bereitschaft zur Organspende konkret festzuhalten. Denn oft sei der Wille der Betroffenen nicht bekannt. „Das lässt sich ohne viel Aufwand ändern – durch einen Spendeausweis, in der Patientenverfügung oder im Online-Register.“

1169 „Geschenkte Lebensjahre“

Den emotionalen Höhepunkt des TdO bildete auch in diesem Jahr wieder die bildhafte Aktion „Geschenkte Lebensjahre“, die unter der Schirmherrschaft der Bundesgesundheitsministerin stand und bei der 1169 Jahre zusammenkamen. Dabei hielten alle Organempfänger:innen auf der Bühne ihre Schilder hoch – mit jeweils der Anzahl an Lebensjahren, die sie durch die Transplantation gewonnen haben. Das Thema Organspende, vor allem die „Großzügigkeit eines Spenders“, gehe „ganz tief unter die Haut“, sagte der BN-Schirmherr Dr. Georg Kippels, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Gesundheit.

© BN e.V.

Am BN-Stand über Organspende aufgeklärt haben Catrin Nitzsche, Vorsitzende des sächsischen Landesverband Niere e. V., Grit Illner, Mike Nitzsche und das BN-Vorstandsmitglied Bettina Lange und viele weitere helfende Hände (v.l.). Vielen Dank für so viel ehrenamtliches Engagement!

Auf Bundesebene sei der Organspendeprozess politisch schon sehr lange in der Diskussion, erklärte Kippels. „Wir haben in den vergangenen Jahren verschiedene Stufen durchlaufen, die Spendevoraussetzungen zu ändern.“ In Deutschland gelte aktuell die Entscheidungslösung, bei der Organe nur nach ausdrücklicher Zustimmung entnommen werden dürfen. Um diese Entscheidung zuverlässiger zu machen und deren Eintragung zu erleichtern, wurde vor zwei Jahren das digitale Organspende-Register gestartet.

Die Organspendesituation sei dadurch „ein klein wenig besser“ geworden, „aber absolut nicht zufrieden stellend“, so Kippels. Den „Durchbruch“ habe es jedenfalls „nicht gebracht“. In dem Register seien bislang nur etwa 550.000 Menschen registriert. Zu der geringen Zahl an Registrierungen gab es einige Buh-Rufe aus dem Publikum. Widerspruchsregelung erneut Thema im Bundestag Neue Initiativen mit dem Ziel, die Zahl der Organspenden in Deutschland zu erhöhen, formierten sich derzeit fraktionsübergreifend im Bundestag, berichtete der Parlamentarische Staatssekretär. Zu der Gruppe der Befürwortenden der Widerspruchslösung – sie sieht vor, dass grundsätzlich jede Person als Organspendende gilt, sofern sie dem nicht ausdrücklich widerspricht – gehören Abgeordnete fast aller Parteien (CDU, CSU, SPD, Grüne und Linke). „Sie sagen: Jetzt wollen wir den Switch in die Widerspruchsregelung machen.“ In den nächsten Wochen werde über die Initiative abgestimmt.

Eine weitere neu gebildete Gruppe aus Abgeordneten derselben Parteien warnt jedoch auch vor diesem Ansatz. Sie kritisieren die Widerspruchslösung bei der Organspende als Eingriff in das Recht auf Selbstbestimmung. Die Initiative setzt sich stattdessen für freiwillige Entscheidungen ein. Sie fordert, bestehende Regelungen besser umzusetzen.

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BN e.V. Das BN-Vorstandsmitglied Heiner Haag wirbt mit Hut für Organspende.

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Genau wie DSO-Chef Dr. Axel Rahmel, hier mit der BN-Vorsitzenden Isabelle Jordans an den Infoständen zum Tag der Organspende in Leipzig.

„Organspende kann jeden treffen“, so Kippels, der hoffe, „dass der Drive, der aus diesen Bildern, die wir gerade hier wahrnehmen konnten oder auch aus den persönlichen Gesprächen überspringt“.

Ein Organspendender kann bis zu 7 Menschenleben retten

Dr. Martina Münch, Bürgermeisterin und Sozialdezernentin der Stadt Leipzig, würdigte den neuen Gedenkort für Organspende, der zu vor im Uniklinikum Leipzig (Haus 4) enthüllt worden war. Bereits 2023 hat die WHO die Klinik für ihr besonderes Engagement in der Organspende geehrt. Jede/r einzelne Spendende kann 7 Menschenleben retten.

Es sei eine „sehr schöne und berühren de Veranstaltung“ gewesen, das Kunstwerk „sehr leicht, sehr heiter“ kreiert worden. Mit dem Gedenkort danke man allen Organspender:innen, die sie als „die wirklichen Helden” bezeichnete. Der neue Ort geht auf eine Initiative aus der Leipziger Bürgerschaft zurück, die dazu eine Petition gestartet hatte. Der Stadtrat habe sich des Projekts angenommen, die Stadtverwaltung und das Uniklinikum den Wettbewerb um eine künstlerische Umsetzung unterstützt. „Organe zu spenden, das ist Nächstenliebe über den Tod hinaus“, betonte sie.

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Ein neuer Gedenkort für Organspende wurde am Uniklinikum Leipzig enthüllt. 

Für dieses Geschenk an Lebenszeit ist auch Sandra Zumpfe, Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes der Organtransplantierten e. V. (BDO), sehr dankbar. 2013 erhielt sie ein neues Herz, vier Jahre später folgte eine Lebendnierenspende ihres Mannes. „Jeder von uns kann plötzlich auf eine Organspende angewiesen sein“, informiert sie. „Ich hatte das große Glück, gleich zwei Mal ein passendes Spenderorgan zu erhalten. Viele Menschen auf der Warteliste warten allerdings vergeblich. Wir von den Patientenverbänden wünschen uns daher mehr Bewusstsein in der Bevölkerung für dieses Thema und dass sich jeder damit auseinandersetzt, denn jede Entscheidung für Organspende kann Leben retten.“

„Die meisten Menschen befürworten die Organspende. Leider sehen wir zu häufig, dass im Fall der Fälle kein dokumentierter Wille vorhanden ist und damit die Angehörigen eine Entscheidung treffen müssen“, betonte der Medizinische Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO), Dr. Axel Rahmel. Um sicher zu gehen, dass der eigene Wille tatsächlich umgesetzt werde, sollte jeder Mensch „die persönliche Entscheidung dokumentieren und auch die Angehörigen darüber informieren“. Der Tag der Organspende lenke zudem den Fokus auf das Schicksal der Menschen, die dringend auf ein Organ warteten. Zwar habe sich die Situation der Organspende im vergangenen Jahr sowie in den ersten vier Monaten des laufenden Jahres leicht verbessert, aber es gebe „immer noch einen Mangel an Spenderorganen“, so Rahmel.

„Daher zählt jedes einzelne gespendete Organ, das das Leben eines anderen Menschen verlängern kann.“

Wanderausstellung noch bis zum 17. Juli in Leipzig 

An dem Wochenende in Leipzig wurde auch die Wanderausstellung „Wiederleben 2 – Mein zweites Leben ist ein großes Glück für mich!“ in Leipzig eröffnet. Die Ausstellung zum Thema Organspende im Sächsischen Apothekenmuseum Leipzig zeigt 15 Porträts von Organtransplantierten des Foto Künstlers Max Threlfall. Die Präsentation ist noch bis zum 17. Juli in Leipzig zu sehen. Zum 44. Mal hat der bundesweite Tag der Organspende alle Bürger:innen dazu aufgerufen, sich mit der Frage „Organspende – ja oder nein?“ auseinanderzusetzen. Ziel ist es, dass möglichst viele Menschen eine selbstbestimmte Entscheidung treffen und diese auch dokumentieren. Verantwortliche Institutionen und Verbände sind in diesem Jahr der Bundesverband Niere (BN) e.V., der Bundesverband der Organtransplantierten e.V. (BDO), Leber transplantierte Deutschland e.V., das Bundesinstitut für Öffentliche Gesund heit (BIÖG), die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO), die Deutsche Transplantationsgesellschaft (DTG) so wie das Netzwerk Spenderfamilien.

www.dso.de, www.bnev.de