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Bariatrische OP Auf die Art des Eingriffs kommt es an

Autor: Dr. Elke Ruchalla

Auch bei Patienten, die nach der Umgehungs-OP wieder stark an Gewicht zugelegt hatten, kehrte der Diabetes häufig nicht zurück. Auch bei Patienten, die nach der Umgehungs-OP wieder stark an Gewicht zugelegt hatten, kehrte der Diabetes häufig nicht zurück. © Gorodenkoff – stock.adobe.com
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Wenn Patienten mit Typ-2-Diabetes und starkem Übergewicht abnehmen, wirkt sich das positiv auf ihre Erkrankung aus. Auch von einer bariatrischen OP profitieren Betroffene.

Allerdings scheint die Gewichtsabnahme in diesem Fall eine untergeordnete Rolle zu spielen, wie eine Arbeitsgruppe um Dr. Omar Ghanem von der Mayo Clinic in Rochester berichtet.

Das Team wertete die Daten von 270 Diabetespatienten mit deutlicher Adipositas (BMI mindestens 35 kg/m2) aus. Bei 224 wurde ein Roux-en-Y-Magen-Bypass durchgeführt, bei 46 eine Schlauchgastrektomie. Bei beiden Verfahren wird der Magen verkleinert, beim Bypass kommt noch eine Umgehung des proximalen Dünndarms hinzu.

Im Follow-up-Zeitraum von mindestens fünf Jahren blieb eine erzielte Remission des Diabetes bei den Operierten mit Bypass mehr als doppelt so oft erhalten wie bei denjenigen mit Sleeve-Gastrektomie (75 % vs. 35 %). Nach Berücksichtigung diverser Patienten- und Krankheitsfaktoren war das Rezidivrisiko nach alleiniger Magenverkleinerung etwa fünfeinhalbmal so hoch.

Proximaler Dünndarm spielt möglicherweise eine Rolle

Dieser Vorteil hing nicht mit einem ausgeprägteren Gewichtsverlust zusammen. Auch bei Patienten, die nach der Umgehungs-OP wieder stark an Gewicht zugelegt hatten, kehrte der Diabetes häufig nicht zurück. Möglicherweise spielt also der proximale Dünndarm bei der metabolischen Kontrolle eine Rolle, die nicht allein von der Gewichtsreduktion abhängt, spekulieren die Autoren.

Quelle: Ghanem OM et al. J Am Coll Surg 2024; DOI: 10.1097/XCS.0000000000000934