Bei exazerbierter COPD Blut abnehmen

Autor: Maria Weiß

Die CRP-Messung bei COPD reduziert die Antibiotikagabe. © iStock/jarun011

Nicht bei jeder COPD-Exazerbation ist ein Antibiotikum erforderlich. Der CRP-Spiegel könnte bei der Entscheidung für oder gegen den Einsatz helfen.

Mehr als 80 % der COPD-Patienten mit akuter Exazerbation erhalten in Europa unter anderem ein Antibiotikum. Nicht wenige dieser Antibiotikatherapien sind wahrscheinlich unnötig, denn viele Kollegen greifen auf eher unzuverlässige klinische Parameter wie verstärkte Atemnot, vermehrte Sputumproduktion und eitrigen Auswurf zurück, beklagen Christopher C. Butler­ von der Universität Oxford und Kollegen. Das verursacht nicht nur überflüssige Kosten, sondern fördert auch Resistenzen.

Unter 20 mg/l eher kein Antibiotikum verordnen

Die Forscher untersuchten, ob das Wissen um den CRP-Wert helfen könnte, die Menge an verordneten Antibiotika zu reduzieren. An der randomisierten Studie nahmen insgesamt 653 über 40-jährige COPDler teil, bei denen die Erkrankung akut exazerbierte.

Mit der einen Hälfte wurde wie üblich verfahren, bei der anderen machten die behandelnden Ärzte die Antibiotika-Entscheidung vom CRP-Spiegel abhängig. Man legte den Kollegen nahe, bei einem CRP unter 20 mg/l eher keine Antibiotika zu verordnen, zwischen 20 und 40 mg/l sollte die Klinik entscheiden und bei höheren Werten kamen Antibiotika zum Einsatz. Bindend waren diese Vorgaben allerdings nicht.

Bei der Erstkonsultation erhielten 47,7 % der Patienten in der CRP-Gruppe von ihrem Hausarzt ein Antibiotikum, in der Kontrollgruppe dagegen 69,7 %. Auch in den folgenden vier Wochen wurden mit CRP-Erhebung weniger Antibiotika verordnet (59,1 % vs. 79,7 %). Für die Autoren ist klar: Durch eine routinemäßige CRP-Bestimmung bei akuter COPD-Exazerbation lässt sich der Antibiotikagebrauch bei diesem Krankheitsbild reduzieren – ohne erkennbaren Nachteil für den Patienten. Denen ging es nach eigenen Angaben in der CRP-Gruppe sogar ein bisschen besser.

Quelle: Butler CC et al. N Engl J Med 2019; 381: 111-120; DOI: 10.1056/NEJMoa1803185