Asthma & Herz: Biologika im Fokus Biologika senken Sterblichkeit und Herzrisiko bei Asthma

Autor: Dr. Sabine Debertshäuser

Eine Therapie mit Biologika kann bei schwer asthmakranken Menschen offenbar das Risiko für die Gesamtmortalität und kardiovaskuläre Erkrankungen senken. Eine Therapie mit Biologika kann bei schwer asthmakranken Menschen offenbar das Risiko für die Gesamtmortalität und kardiovaskuläre Erkrankungen senken. © tunedin - stock.adobe.com

Neue Studiendaten belegen: Biologika-Therapien reduzieren bei schwerem Asthma nicht nur die Mortalität, sondern auch kardiovaskuläre Risiken – und das signifikant!

Eine Therapie mit Biologika kann bei schwer asthmakranken Menschen offenbar das Risiko für die Gesamtmortalität und kardiovaskuläre Erkrankungen senken. So lautet das Ergebnis einer Kohortenstudie aus Belgien. Forschende hatten 171.865 von schwerem Asthma betroffene Patientinnen und Patienten mit einem durchschnittlichen Alter von 64 Jahren identifiziert, darunter 1.826 Personen, die eine Anti-IgE-Therapie (Omalizumab) erhielten und 2.398 unter Anti-IL-5/IL-5R-Behandlung (Mepolizumab oder Benralizumab).

Auch Mortalitätsraten deutlich verringert

Die Anti-IgE-Therapie war mit einem signifikant geringeren Risiko für Mortalität (adjustierte Hazard Ratio, aHR, 0,48), Herzinsuffizienz (aHR 0,79), PAVK (aHR 0,66) und Schlaganfall (aHR 0,54) assoziiert, berichtet ein Forscherteam um Frauke Van Vaerenbergh von der Universität Gent. Die mit Anti-IL-5/IL-5R behandelten Personen hatten im Vergleich zu denjenigen, die keine Biologika anwendeten, ein signifikant geringeres Risiko für Mortalität (aHR 0,35), Herzinsuffizienz (aHR 0,63), Arrhythmie (aHR 0,78) und PAVK (aHR 0,69). Signifikante Unterschiede hinsichtlich Herzinfarkt und Lungenembolie wurden nicht beobachtet.

Die Studienergebnisse lassen vermuten, dass der kardiovaskuläre Schutz durch die Kontrolle der chronischen Entzündungsreaktion erzielt wird, erklärt das Autorenteam im Fazit. Gefordert wird weitere Forschung und Validierung, um zu klären, inwieweit der Zusammenhang tatsächlich kausal ist. 

Quelle: Van Vaerenbergh F et al. Lancet Reg Health Eur 2025; 57: 101420; doi: 10.1016/j.lanepe.2025.101420