Bei COPD zählt jede Exazerbation COPD: Was der Verlauf über die Prognose verrät

Autor: Sabine Mattes

Sowohl die Anzahl als auch die Schwere von Exazerbationen im Jahr nach der COPD-Diagnose können die Prognose beeinflussen. Sowohl die Anzahl als auch die Schwere von Exazerbationen im Jahr nach der COPD-Diagnose können die Prognose beeinflussen. © juststock– stock.adobe.com

Sowohl die Anzahl als auch die Schwere von Exazerbationen im Jahr nach der COPD-Diagnose können die Prognose beeinflussen. Bereits eine moderate Symptomverschlimmerung wurde mit einem erhöhten Risiko für spätere Exazerbationen assoziiert. Diese Aussagen gehen aus einer aktuellen Publikation hervor, in der der COPD-Verlauf von 591.686 kanadischen Patientinnen und Patienten über 65 Jahre analysiert worden war.

Alle hatten ihre Diagnose zwischen 2004 und 2018 erhalten. Als Referenz für Verschlechterungen galt das erste Jahr nach Diagnose, das Follow-up endete 2020. Insgesamt erlebten 3,6 % der Teilnehmenden in diesem ersten Jahr eine schwere und 3,1 % eine moderate Exazerbation. Bei 3,6 % traten gleich mehrere akute Verschlechterungen auf.

Selbst wenn die COPD in den ersten zwölf Monaten stabil verlief, lag das Risiko für eine Exazerbation generell nach drei Jahren bereits bei 29 %. Dieses Risiko verdoppelte sich aber auf 57 % bzw. 58 % , wenn im Referenzjahr bereits eine schwere oder moderate Exazerbation aufgetreten war. Bei zwei oder mehr Ausbrüchen stieg das Risiko – unabhängig von ihrer Stärke – auf fast 80 % an.

Hinsichtlich einer schweren Exazerbation betrugen die Risiken nach drei Jahren bei stabilem Verlauf im Referenzzeitraum etwa 20 %, bei moderater bzw. schwerer Exazerbation 35 % bzw. 47 %. Nach mindestens zwei vorausgegangenen Ereignissen stieg das Risiko auf 70 %. Die Ergebnisse legen nahe, auch moderate Exazerbationen gezielt zu therapieren, da sie den Verlauf einer COPD mit bestimmen können – so das Fazit der Studie.

Duong ML et al. BMJ Open Respir Res 2025; 12: e002976; doi: 10.1136/bmjresp-2024-002976