Internationale Forschung Das CKM-Syndrom in Diabetologie und Nephrologie
Beim EASD-Kongress 2025 lag der Fokus auf dem internationalen und interdisziplinären Austausch zum CKM-Syndrom.
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Im Vorfeld des diesjährigen EASD-Kongresses in Wien fand vom 12. bis 13. September 2025 am Neusiedler See die Konferenz „The Cardiovascular-Kidney-Metabolic Syndrome Meeting“ statt. An der vom Deutschen Diabetes-Zentrum (DDZ) und der Monash University Melbourne (Australien) organisierten Veranstaltung nahmen mehr als 30 internationale Experten aus Europa, den USA und Australien teil. Neben spannenden Fachvorträgen zu aktuellen eigenen Studien mit oft noch unveröffentlichten Daten bot die Konferenz die Gelegenheit zu intensiven interdisziplinären Diskussionen und persönlichem internationalem Austausch.
Metabolische Aspekte des CKM-Syndroms bei T2D
Die erste Session unter Vorsitz von Dr. Alba Sulaj (Heidelberg) und Prof. Harald Sourij (Graz) behandelte metabolische Aspekte des CKM-Syndroms bei Typ-2-Diabetes (T2D). Neben Herz und Niere spielt die Leber eine entscheidende Rolle und die MASLD ist als Schlüsselfaktor zu sehen. Prof. Michael Roden (DDZ, Düsseldorf) zeigte, wie eng die Stoffwechselstörung MASLD (metabolische Dysfunktion-assoziierte steatotische Lebererkrankung, früher: nicht-alkoholische Fettlebererkrankung) mit Diabetes und Folgeerkrankungen verbunden ist – und warum ihre Behandlung entscheidend ist, um auch Herz und Niere zu schützen. Die Zulassung von neuen Medikamenten für die Behandlung von MASLD könnte die Versorgung von Menschen mit MASLD/MASH jetzt verbessern. Dass eine Gewichtsreduktion die Nieren schützt, zeigte Prof. Petter Bjornstad (Seattle), an Jugendlichen mit Adipositas und Typ-2-Diabetes, die besonders häufig an chronischen Nierenerkrankungen leiden. Eine bariatrische Operation kann in dieser Gruppe nicht nur das Gewicht deutlich verringern, sondern auch die Nierenfunktion stabilisieren.
Des Weiteren hob Prof. Robert Wagner (DDZ, Düsseldorf) die metabolische Bedeutung der unterschiedlichen Fettansammlungen und -verteilungen hervor und beleuchtete besonders kritischen Konstellationen (s.a. Interview unten). Weitere Vorträge behandelten die metabolische Plastizität beim CKM-Syndrom (Prof. Julia Szendrödi, Heidelberg), das App-basierte Selbstmanagement von Typ-2-Diabetes (Prof. Anthony Russell, Melbourne) und hormonelle Einflüsse auf das CKMSyndrom im Alter (Prof. Daniel van Raalte, Amsterdam).
Kurzinterview mit Prof. Robert Wagner
HERR PROFESSOR WAGNER, WELCHE EINDRÜCKE NEHMEN SIE VON DIESEM KONGRESS MIT?
Das war ein hervorragender Kongress, der sich mit dem Cross-Talk zwischen Niere, Herz und metabolischem Syndrom beziehungsweise Diabetes beschäftigt hat. Auch andere Diabetes-Komplikationen wurden umfassend behandelt. Ich hielt einen Vortrag über die Rolle der Körperfettverteilung in der Entstehung von Diabetes sowie bei der Entstehung von Diabetes-Komplikationen. Insgesamt gab es eine große Themenvielfalt mit vielen Highlights von der Fragestellung wie man Mitochondrien transplantieren kann bis hin zur Präservation der Beta-Zell-Funktion bei Typ-1-Diabetes durch autologe Stuhltransplantation. Weitere Highlights waren für mich der Vortrag von Per-Henrik Groop über die Therapie der diabetischen Niereninsuffizienz und ihre Rolle als früher kardiovaskulärer Risikomarker sowie die faszinierenden Spatial-Omics-Technologien zur Nierenuntersuchung von Victor Puelles aus Aarhus.
SIE WAREN BEREITS BEIM ERSTEN KONGRESS IN LÜBECK DABEI. WIE WÜRDEN SIE DIE BEIDEN KONGRESSE VERGLEICHEN?
Beide Kongresse waren von hoher Qualität. Vom Lübecker Kongress ist mir besonders in Erinnerung geblieben, dass eine Studie vorgestellt wurde, die zeigte, dass Menschen mit Fettleber eine Häufung von Ethanol-produzierenden Bakterien aufweisen. Das war eine sehr elegante Studie, die erstmals den alten Mythos der „Selbstfermentation“ wissenschaftlich belegte [1]. Die thematische Ausrichtung beider Kongresse war ähnlich - chronische Niereninsuffizienz, Diabetes-Komplikationen und deren Mechanismen. Wir am DDZ sind besonders an der Präzisionsdiabetologie interessiert und daran, wie man Komplikationen frühzeitig und effektiv vermeiden kann. Um dies zu erreichen, sind frühe Interventionen entscheidend.
WAS MÖCHTEN SIE UNSEREN LESERN NOCH MIT AUF DEN WEG GEBEN?
In der Diabetesforschung hat sich in den letzten Jahren enorm viel getan. Neue Medikamente sind hinzugekommen, neue Therapiemöglichkeiten haben sich eröffnet, und das Potenzial für eine Heilung des Diabetes beziehungsweise ein komplikationsfreies Leben mit Diabetes hat sich deutlich vergrößert. Vielleicht kommen wir irgendwann an den Punkt, wo diese Probleme komplett behoben werden können. Betrachtet man die Entwicklung der letzten 50 bis 60 Jahre, so hat sich wirklich sehr viel verändert. Bereits bei der frühen Detektion und Erkennung des Diabetes können wir ansetzen, und schon im Prädiabetes-Stadium kann man intervenieren. Ich denke, die Möglichkeit besteht durchaus, dass Komplikationen gar nicht erst entstehen, wenn Diabetes und Prädiabetes rechtzeitig erkannt werden. Demgegenüber gibt es eine weltweite Zunahme von Adipositas und Diabetes, die teilweise lebensstilbedingt ist, aber auch eine Folge gesellschaftlicher Veränderungen unserer Zeit darstellt. Wie wir in einem Vortrag über epigenetische Veränderungen gehört haben, kommt bereits die erste, zweite und dritte Generation zur Welt, die möglicherweise intrauterin bereits Prädiabetes, Diabetes oder Gestationsdiabetes ausgesetzt war. Diese Stoffwechselveränderungen können in utero weitergegeben werden. Einerseits sehen wir also eine Häufung und Risikoerhöhung, andererseits verstehen wir immer mehr über die Entstehung von Diabetes und seiner Komplikationen. Vielleicht können wir so Schritt halten und die Netto-Risikoerhöhung erfolgreich bekämpfen.
1: Meijnikman AS, Davids M, Herrema H, et.al.: Microbiome-derived ethanol in nonalcoholic fatty liver disease. Nat Med. 2022 Oct;28(10):2100-2106
Die Niere im Kontext von CKM-Syndrom und „Organ Cross-Talk“
Die zweite Session unter Leitung von Dr. Eoin Brennan und Prof. Sigrid Nikol fokussierte auf die Niere im CKM-Syndrom bei Typ-2-Diabetes. Hinsichtlich Lipiden und Entzündungen erläuterte Prof. Thomas Stulnig (Wien), wie Botenstoffe aus dem Fettstoffwechsel zur Entstehung von Entzündungen, kardiovaskulären Komplikationen und Nierenerkrankungen bei Diabetes beitragen. Er stellte zudem neue Therapiekonzepte zur Behandlung von Fettstoffwechselstörungen vor, die auch das Risiko für Folgeerkrankungen des Diabetes senken können. Prof. Catherine Godson (Dublin) beleuchtete mit dem Vortragstitel „Pro-Resolving Lipid Mediators – Molecules and Mechanisms“ die Frage, ob Lipoxine auch bei Diabetes eine protektive Wirkung entfalten könnten. Neue Modelle zur Untersuchung von metabolischen Veränderungen im Crosstalk zwischen der Niere und dem kardiovaskulaeren System waren das Vortragsthema von Dr. Jaroslawna Meister, stellvertretende Leiterin der Arbeitsgruppe Nephropathie am DDZ und eine der Organisatorinnen der Konferenz. Prof. Victor Puelles (Aarhus/Hamburg) stellte das pathologieorientierte Multiplexing (PathoPlex) vor, das die Extraktion und Interpretation von Protein-Koexpressionsmustern (Clustern) über biologische Schichten hinweg erlaubt. Wie in der kürzlich veröffentlichten Arbeit1 gezeigt, konnte mit einem Proof-of-Concept-Experiment beispielsweise die epitheliale JUN-Aktivität als ein wichtiger Schalter bei immunvermittelten Nierenerkrankungen identifiziert werden. Prof. Per-Henrik Groop (Helsinki) behandelte moderne Therapieansätze der diabetischen Nierenerkrankung.
Kardiovaskuläre Aspekte und epigenetische Mechanismen
Der zweite Konferenztag begann mit einer Session zum kardiovaskulären System bei CKM-Syndrom und T2D unter der Leitung von Dr. Thomas Fleming (Heidelberg) und Prof. Karin Jandeleit-Dahm, Melbourne/DDZ Düsseldorf, die bereits die erste Konferenz dieser Art 2023 in Lübeck gemeinsam mit Prof. Mark Cooper (Monash University, Melbourne) initiierte und organisierte. Prof. Ronald Ma (Hong Kon) präsentierte epigenetische Biomarker bei Typ-2-Diabetes aus dem Hong Kong Diabetes Register, die eine frühere Vorhersage von Nierenerkrankungen ermöglichen könnten. Die Komplementaktivierung bei kardiovaskulären und renalen Komplikationen war Vortragsthema von Prof. Jakob Appel Østergaard aus Aarhus. Dr. Jairo Pinzon Cortes (Melborne) stellte präzisionsmedizinische Ansätze bei koronarer Herzkrankheit vor, während Dr. Waheed Khan, ebenfalls aus Australien, epigenetische Mechanismen als therapeutische Targets bei Diabetes-assoziierter Atherosklerose diskutierte. Dr. Kálmán Bódis (DDZ, Düsseldorf) präsentierte neue Erkenntnisse zu Fettgewebs-Phänotypen bei koronarer Herzkrankheit und Dr. Colwyn Headley (Stanford University) stellte Ansätze zur mitochondrialen Transplantation vor.
Erweiterung über Typ-2-Diabetes hinaus
Die abschließende Session unter Leitung von Dr. Martin Schön (DDZ, Düsseldorf) und Prof. Mark Cooper (Monash University, Melbourne) erweiterte den Fokus über Typ-2- Diabetes hinaus. Prof. Peter Rossing aus Copenhagen präsentierte die STENO-1-Studie, die erstmals kombinierte Behandlungen mit modernen Medikamenten bei Menschen mit Typ-1-Diabetes und hohem Komplikationsrisiko untersucht. Prof. Steven E. Kahn (Seattle) behandelte das „InselRätsel“ des Amyloids, während Dr. Nordin Hansen (Amsterdam) fäkale Mikrobiota-Transplantation bei Typ-1-Diabetes vorstellte. Prof. Sophia Zolingas (Melborne) untersuchte das Potential von Aspirin zur Diabetesprävention und Prof. Berend Isermann (Leipzig) schloss mit Erkenntnissen über epigenetisch aufrechterhaltene Seneszenz und das „metabolische Gedächtnis“ bei chronischer Nierenerkrankung.
Organ-Cross-Talk beachten Die Konferenz unterstrich die Notwendigkeit einer integrierten Betrachtung von Diabetes, Nierenerkrankungen und Herzerkrankungen und der interdisziplinären Zusammenarbeit. Prof. Michael Roden betonte, dass diese Erkrankungen „ein System bilden, das man nicht länger isoliert betrachten darf“.
Wissenschaftliche Daten zeigen, dass bereits geringe Einschränkungen der Nierenfunktion das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse erhöhen, während Herzprobleme Nierenerkrankungen beschleunigen. Die derzeitige medizinische Praxis fokussiert allerdings noch immer stärker auf das Herz als auf die Niere, obwohl einfache Urin- und Bluttests zur Früherkennung von Nierenschäden verfügbar sind.
Integrieren und interdisziplinär agieren
Auch Prof. Karin Jandeleit-Dahm, Konferenz-Organisatorin und Leiterin der Arbeitsgruppe Nephropathie am DDZ, hob die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit für das Verständnis der Mechanismen des CKM-Syndroms hervor. Sie fasste zusammen: „Nur durch eine bessere Zusammenarbeit internationaler Experten können wir die Mechanismen des CKM Syndroms sowie den „Cross-Talk“ zwischen den verschiedenen Organen besser verstehen. Dies ist entscheidend, um effektivere Therapie- und Präventionsstrategien zu erarbeiten. Genau dieses Ziel verfolgte unser Meeting.“ Für die nephrologische Praxis ergeben sich nun konkrete Handlungsfelder: Integration des CKM-Syndrom-Konzepts in die klinische Routine, verstärkte Nutzung früher Biomarker-Diagnostik und Entwicklung interdisziplinärer Behandlungsstrategien.
Interview mit Prof. Michael Roden
HERR PROFESSOR RODEN, WIE IST DIESE KONFERENZREIHE ENTSTANDEN?
Wir haben in dieser Form das erste Mal vor zwei Jahren eine solche Konferenz organisiert. Damals war der Hauptorganisator Professor Mark Cooper aus Melbourne, von der University of Melbourne, gemeinsam mit Karin Jandeleit-Dahm, die einerseits dort Professorin ist und gleichzeitig aber auch Leibniz-Professorin am Deutschen Diabetes-Zentrum in Düsseldorf. Diese erste Tagung fand damals in Lübeck statt und legte einen sehr starken Fokus auf die Rolle der Niere bei Diabetes und Metabolischem Syndrom. Jetzt, zwei Jahre später hier in Neusiedl am See in der Nähe von Wien, lautet der Titel „The Cardiovascular-Kidney-Metabolic Syndrome“. Es werden neben der Niere nun das kardiovaskuläre System und auch weitere Organe wie die Leber mehr in den Vordergrund gerückt.
WAS WAR DIE GRUNDLEGENDE IDEE ZUR GRÜNDUNG DIESER ART VON KONFERENZ?
Die Idee hinter der Gründung entstand eigentlich schon vor dem neu geschaffenen Ausdruck „Cardiovascular Kidney Metabolic Syndrom“ – das ich gemeinsam mit Paolo Pozzilli in einem Paper jetzt unbenannt habe in „Metabolic Cardiovascular Kidney Syndrom“. Bis dahin widmeten sich in vielen Konferenzen entweder die Diabetologen oder die Kardiologen oder die Nephrologen allein dem Thema, durchaus im Kontext von Diabetes und metabolischen Veränderungen, aber eben nicht gemeinsam. Der besondere Vorteil, insbesondere auch der diesjährigen Konferenz, war, dass hier sowohl klinische als auch experimentelle Experten aus den verschiedenen Disziplinen, also aus der kardiovaskulären Forschung, der Nierenforschung sowie der Diabetes- und Stoffwechselforschung zusammenkommen. Hier begegnen sich Grundlagenforscher und Kliniker.
WAS IST IHR PERSÖNLICHES HIGHLIGHT DER KONFERENZ?
Ein Highlight ist für mich neben dem grundsätzlichen Austausch, dass in vielen einzelnen Beiträgen die Betonung der Rolle des viszeralen Fettgewebes ein wesentlicher Punkt war. Und damit auch verbunden die Leber und insbesondere die MASLD, also die metabolische Dysfunktions-assoziierte Fettleber, als Treiber der Erkrankung, sowohl am Beginn als auch im Verlauf. Zudem wurde in mehreren Vorträgen, unabhängig vom Background der Vortragenden, darauf hingewiesen, dass diese Fettgewebs-Dysfunktion nicht nur Entzündungssignale sendet, sondern auch oxidativen Stress vermittelt. Das ist nach wie vor auch im Kontext der Nierenerkrankung bei Diabetes nicht so gut erforscht, wie man es sich wünschen würde.
WELCHE WEITEREN PROJEKTE UND INNOVATIVE ANSÄTZE FINDEN SIE NOCH BESONDERS BEMERKENSWERT?
Es gibt einige spannende Projekte, die hier gezeigt wurden. Welche Rolle beispielsweise der Energiestoffwechsel spielt, wurde in einem sehr interessanten, kurzen experimentellen Vortrag deutlich zum Thema Transplantation von Mitochondrien. Gezeigt wurde dies in einem experimentellen Modell für Herzkreislauferkrankungen, es wäre aber natürlich grundsätzlich auch bei anderen Organen, wenn es funktioniert, von Relevanz. Das ist die eine Ebene. Auf einer anderen Ebene gibt es nicht nur Projekte, sondern schon Therapien, die das Fettgewebe und die Fettlebererkrankung primär adressieren, also die sogenannte „Abnehmspritze“ oder die GLP-1-Rezeptoragonisten, die nachweislich sehr gute Effekte haben auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen, auf die Nierenerkrankungen und auch auf die Fettlebererkrankungen. Dazu hat Per-Henrik Groop die neuesten Studien zusammengefasst. Deutlich wurde die Rolle von oxidativem Stress und Fettgewebe und die Effektivität der „Abnehmspritze“, aber auch der SGLT2-Hemmer, die schon länger am Markt sind und deren Wirkung nach wie vor nicht vollständig verstanden ist, obwohl die Effizienz gegeben ist. Genau das sind die Medikamentengruppen, die ich in meinem Vortrag gezeigt habe, die auch bei der Fettlebererkrankung eine deutliche Verbesserung zeigen und die auch schon zugelassen sind.
MÖCHTEN SIE DEN LESERN NOCH ETWAS MITGEBEN?
Vielleicht sollte man noch sagen, dass auch die unterschiedlichen Subtypen des Diabetes in einigen Vorträgen diskutiert wurden. Menschen mit Prädiabetes und auch mit Adipositas oder Diabetes-Risiko lassen sich mit verschiedenen Methoden in Subgruppen oder Subtypen einteilen. Eine jetzt häufig verwendete und recht gut belegte Einteilung ist die nach dem Phänotyp, also nach einfachen klinischen Variablen wie dem BodymassIndex und dem HbA1c als Zuckerkontrolle, dem Alter und der Insulinwirkung und Insulinsekretion. Die Einteilung ist relevant, denn unterschiedliche Subtypen haben ein unterschiedliches Risiko für Herzkeislauferkrankungen und für Nierenerkrankungen. Der schwer insulinresistente Diabetes-Subtyp ist besonders relevant, da er mit dem höchsten Risiko für chronische Nierenerkrankungen, für Herzkreislauf-Morbidität und Mortalität, für die nichtalkoholische oder, wie man jetzt sagt, metabolisch assoziierte steatotische Lebererkrankung einhergeht. Und darüber hinaus, und das waren Daten, die ich gezeigt habe, ist dies sehr stark mit dem Fettgewebe assoziiert. Es wurde in mehreren Beiträgen angesprochen, die unterschiedlichen Ansätze besser zu klassifizieren, um wirklich die Hochrisikogruppen zu erkennen, auf die wir besonders in der Therapie und vor allem in der Prävention achten müssen. Prävention ist ein wichtiges Thema. Per-Henrik Groop hat darauf hingewiesen, wie wichtig die Bestimmung nicht nur der eGFR, sondern von Albumin im Urin ist. Denn das ist ein wichtiger Hinweis, um Nierenerkrankungen frühzeitig zu erkennen und mit der Therapie – also mit SGLT2-Hemmern, GLP1-Agonisten und Finerenon – zu beginnen.
NOCH EINE FRAGE ZUR ZUKUNFT: WIRD DIESE KONFERENZ-REIHE FORTGESETZT?
Wir planen die Reihe fortzusetzen, dabei ist das Meeting so organisiert, dass es immer im Vorfeld der europäischen Diabetes-Tagung stattfindet, so wie diesmal vor der EASD-Tagung in Wien. Wir planen einen Rhythmus von zwei Jahren, das nächste Mal vor der EASD-Konferenz in Budapest. Wobei dann noch mehr die anderen Begleiterkrankungen, die in diesem Kontext von Bedeutung sind, in den Vordergrund gerückt werden sollen.
1 Kuehl, M., Okabayashi, Y., Wong, M.N. et al. Pathology-oriented multiplexing enables integrative disease mapping. Nature 644, 516–526 (2025). https://doi.org/10.1038/s41586-025-09225-2
Quelle: Nierenarzt/Nierenärztin