Asthma Dosissteigerung unerwünscht

Autor: Annette Kanis

Die Ergebnisse stützen die aktuellen Behandlungsempfehlungen der Global Initiative for Asthma (GINA) im Sinne von ICS in mittlerer Dosierung. (Agenturfoto) Die Ergebnisse stützen die aktuellen Behandlungsempfehlungen der Global Initiative for Asthma (GINA) im Sinne von ICS in mittlerer Dosierung. (Agenturfoto) © WavebreakmediaMicro – stock.adobe.com

Steigert man bei Patienten mit schlecht eingestelltem Asthma inhalative Kortikosteroide (ICS) schrittweise bis in den Hochdosisbereich, erhöht dies nicht den Behandlungserfolg. Das Vorgehen ist außerdem nicht wirksam als Präventionsmaßnahme gegen künftige Exazerbationen. Das ergab eine Kohortenstudie aus Großbritannien.

Das Team um Prof. Dr. Ian Pavord von der University of Oxford analysierte die Krankheitsverläufe von insgesamt 74.507 Asthmapatienten (≥13 Jahre) aus zwei Forschungsdatenbanken. Patienten, die von einer mittleren auf eine hohe ICS-Dosis wechselten, hatten im Nachbeobachtungszeitraum ein um 17 % höheres Risiko für Exazerbationen als jene, die bei einer mittleren Dosis blieben. Bei Patienten, die von einer niedrigen auf eine hohe ICS-Dosierung wechselten, war es um 10 % höher als bei einem Wechsel von niedriger zu mittlerer Dosis. Zwischen den Untergruppen mit unterschiedlicher Eosinophilenzahl im Blut wurde kein signifikanter Unterschied in den Zusammenhängen festgestellt.

Mehr Nebenwirkungen unter hoher Dosierung

Als Exazerbation definierten die Forscher entweder einen asthmabedingten Aufenthalt im Krankenhaus bzw. in der Notaufnahme oder die Verschreibung oraler Kortikosteroide. Die Ergebnisse stützen die aktuellen Behandlungsempfehlungen der Global Initiative for Asthma (GINA) im Sinne von ICS in mittlerer Dosierung. Hohe Dosen könnten zudem Nebenwirkungen wie Osteoporose oder Glaukome hervorrufen, geben die Autoren zu bedenken.

Quelle: Pavord ID et al. J Allergy Clin Immunol Pract 2022; DOI: 10.1016/j.jaip.2022.10.040