Feinstaub & Blutdruck HEPA-Filter senken systolischen Blutdruck messbar

Autor: Dr. Susanne Meinrenken

Feinstaub in Innenräumen erhöht das Risiko für Hypertonie. Feinstaub in Innenräumen erhöht das Risiko für Hypertonie. © Caito - stock.adobe.com

Feinstaub in Innenräumen erhöht das Risiko für Hypertonie. Eine US-Studie zeigt: HEPA-Luftfilter können bei Anwohnenden verkehrsreicher Straßen den systolischen Blutdruck klinisch relevant senken.

Hohe Feinstaubkonzentrationen sind mit kardiovaskulären Erkrankungen wie Hypertonie assoziiert. Nicht nur draußen, sondern auch im Wohnbereich finden sich zuhauf Partikel von maximal 2,5 µm Durchmesser (PM2,5). Durch HEPA-Luftfilter lässt sich die Belastung der Innenraumluft reduzieren. Wie ein US-Forscherteam zeigen konnte, führt diese Maßnahme bei Menschen, die weniger als 200 Meter entfernt von einer sehr verkehrsreichen Straße wohnen, zu einer klinisch relevanten Blutdrucksenkung. An der Studie im Cross-over-Design nahmen 154 Erwachsene (60 % Frauenanteil) mit überwiegend hohem sozioökonomischem Status teil.

Teilnehmende hielten sich 18 Stunden zu Hause auf

Die durchschnittlich 41-Jährigen waren nicht zusätzlich durch andere Luftschadstoffe belastet, nahmen keine Antihypertensiva und verbrachten täglich rund 18 Stunden in ihrer Wohnung. Zwischen Herbst und Frühjahr sollten sie jeweils einen Monat einen HEPA-Filter bzw. ein Scheingerät verwenden, ohne ihren Alltag ansonsten zu verändern. Nach einem Wash-out von vier Wochen tauschten die Gruppen. Jeweils zu Beginn und am Ende der Phasen wurde der Blutdruck gemessen.

Zu Beginn der Studie lag der Blutdruck im Mittel bei 118,8/76,5 mmHg. Nach Nutzung des HEPA-Filters hatte sich ein anfangs erhöhter systolischer Wert (≥ 120 mmHg) signifikant um durchschnittlich 2,8 mmHg verringert. Bei denselben Personen war er nach der Placebophase um 0,2 mmHg gestiegen. Insgesamt ergab sich für Teilnehmende mit systolischer Hypertonie insgesamt eine Differenz von 3 mmHg. Der Luftfilter hatte keinerlei Einfluss auf die diastolischen Werte oder den Blutdruck von normotensiven Personen (< 120 mmHg systolisch).

Quelle: Brugge D et al. J Am Coll Cardiol 2025; 86: 577-589; doi: 10.1016/j.jacc.2025.06.037