Lebergesundheit und Lebensstil MASLD: Ernährung und Bewegung als Schlüssel zur Fettlebertherapie
Mit gezielter Ernährungsumstellung und regelmäßiger Bewegung lässt sich die MASLD effektiv bekämpfen.
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Konsequente Kalorienreduktion, Verzicht auf Fruktosebomben, Zurückhaltung bei Alkohol und vor allem mehr Bewegung: Bei einer MASLD lassen sich mit konkreten Maßnahmen in der Lebensführung deutliche gesundheitliche Vorteile erzielen.
Die metabolische-Dysfunktion-assoziierte steatotische Lebererkrankung, kurz MASLD*, entsteht aus dem Zusammenspiel von genetischen, metabolischen und umweltbedingten Faktoren. Die Erkrankung, die früher als nichtalkoholbedingte Fettleber bezeichnet wurde, wird oft zufällig bei Routineuntersuchungen entdeckt.
Zusätzlich zur charakteristischen Fettansammlung in der Leber erfordert die Diagnose das Vorliegen mindestens eines metabolischen Risikofaktors wie Dyslipidämie, Typ-2-Diabetes oder Adipositas. Weitere diagnostisch relevante Befunde sind:
- erhöhte Transaminasenwerte
- erhöhte Triglyzeridspiegel
- erniedrigtes HDL
- arterielle Hypertonie
Von der MASLD abzugrenzen ist die MetALD**. Bei ihr kommt zu den Merkmalen der MASLD noch ein moderater, aber nicht pathologischer Alkoholkonsum hinzu.
Gefürchtet bei der MASLD ist das Fortschreiten in Richtung Leberfibrose und -zirrhose. Zur Abschätzung des Fibrosegrads eignet sich der FIB-4-Score. Allerdings bleiben rund 70 % der Betroffenen im Stadium der Steatose, also der MASLD, schreiben Anastasia Raptis und Dr. Carolin Victoria Schneider, beide RWTH Aachen. Ob die Leberschädigung voranschreitet, hängt u. a. von der Ernährung und der körperlichen Aktivität ab.
Mit den Pfunden schmilzt auch das Leberfett
Als übergeordnetes therapeutisches Ziel gilt die Gewichtsabnahme. Bei MASLD reduziert schon ein Rückgang um 5 % des Körpergewichts den Fettgehalt in der Leber, was auch bei Normalgewichtigen von Vorteil ist. Durch eine Gewichtsreduktion von mehr als 10 % lässt sich auch die Fibrose mildern. Bei geringerem Körpergewicht sind proinflammatorische Signalwege in der Leber weniger aktiv, die Entwicklung von Myelofibroblasten in Richtung Fibrose wird gehemmt. Dabei schlägt sich eine um 25 % kalorienreduzierte Ernährungsweise neben der Milderung der Steatose auch in besseren Transaminasenwerten sowie höherer Insulinsensitivität nieder.
Intensives Training hemmt Lipogenese
Steigern lassen sich diese Effekte durch körperliche Bewegung. Empfohlen werden bei MASLD pro Woche mindestens 150–300 Minuten moderates oder 75–150 Minuten intensives Training. Die dabei freigesetzten Myokine beeinflussen verschiedene Stoffwechselprozesse positiv. So wird in der Leber z. B. die De-novo-Lipogenese gehemmt. Körperliche Aktivität wirkt zudem über verschiedene Mediatoren der chronischen Inflammation bei MASLD entgegen, erläutern die beiden Autorinnen.
Konkret wird zu einer mediterranen Kost geraten, also einer auf pflanzlichen Nahrungsmitteln basierenden Ernährung mit moderatem Konsum von Fisch, Fleisch und Milchprodukten. Der hohe Gehalt an ungesättigten und n-3-Fettsäuren sowie Ballaststoffen bei geringem Anteil tierischer Fette wirkt sich positiv auf die Insulinsensitivität aus und trägt effektiv zum Abbau von Fett in der Leber bei. Für die Supplementierung mit n-3-Fettsäuren, Vitamin C oder E durch Nahrungsergänzungsmittel ließ sich in Studien kein Effekt auf Lebersteatosen zeigen.
Zu meiden sind bei MASLD Saccharose und Fruktose, vor allem in gesüßten Getränken. Fruktose wird im Gegensatz zu Glukose insulinunabhängig in der Leber verstoffwechselt, was die Speicherung von Triglyzeriden im Organ fördert. Auch wenn Alkohol bei MASLD per Definition keine pathophysiologische Rolle spielt, sollte der Konsum eingeschränkt werden.
Abhängig vom Schweregrad der Steatose und den Komorbiditäten ist eine zusätzliche medikamentöse Therapie zu erwägen. In Europa gibt es derzeit kein Medikament gegen MASLD, einige Pharmaka wie GLP1-Rezeptoragonisten haben sich aber als vorteilhaft erwiesen.
Im Verlauf der Therapie berichten die Betroffenen oft zunächst von subjektiven Verbesserungen. Dazu zählen gesteigerte Energie und verbessertes Wohlbefinden.
Hinzu kommen Gewichtsreduktion, ein in der Bildgebung nachgewiesener Rückgang der Steatose oder gar der Fibrose. Zudem ist mit einer Normalisierung der Transaminasenwerte und verbesserten glykämischen Parametern und Lipidwerten zu rechnen.
*metabolic dysfunction-associated liver disease
**metabolic dysfunction and alcohol-related liver disease
Quelle: Raptis A, Schneider CV. Ernährungs Umschau 2025; 72: M612–M622