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Sexuelle Dysfunktion durch SSRI und Botulinumtoxin?

Autor: Friederike Klein

In einer Untersuchung hatte sich gezeigt, dass die Lähmung der Lachfalten mit mehr depressiven Symptomen und sexuellen Problemen einhergeht. In einer Untersuchung hatte sich gezeigt, dass die Lähmung der Lachfalten mit mehr depressiven Symptomen und sexuellen Problemen einhergeht. © iStock/Oleksandra Polishchuk
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Weil es auch nach Absetzen von SSRI zu sexuellen Dysfunktionen kommen kann, setzen einige Ärzte auf Alternativen wie Agomelatin oder Tianeptin. Wer seinen Patienten jedoch zu Botulinumtoxin rät, sollte dies schleunigst unterlassen.

Sexuelle Dysfunktionen können nicht nur unter Psychopharmaka, sondern auch nach ihrem Absetzen auftreten. Besonders zu beachten sind diese Effekte bei selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI). Der Grund: Viele Rezeptoren des serotonergen Systems haben einen inhibierenden Einfluss auf die sexuelle Funktion, erklärte Professor Dr. Tillmann Krüger von der Medizinischen Hochschule Hannover. Deshalb wurde der Hinweis auf diese Nebenwirkungen auch in die Fachinformation der Präparate aufgenommen.

Ein Stimmungskiller kann auch die Botulinumtoxinspritze sein, wenn diese Falten im Gesicht glätten soll und dabei die Mimik teilweise lahmlegt. In einer Untersuchung hatte sich gezeigt, dass die Lähmung der Lachfalten mit mehr depressiven Symptomen und sexuellen Problemen einhergeht. Es scheint, dass die reduzierte emotionale Ausdrucksfähigkeit durch die Botulinumtoxinbehandlung auch das emotionale Erleben selbst verringert, so Prof. Krüger.

Quelle: DGPPN*-Kongress 2020 – digital (*Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde)

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