Einfachere Verabreichungsform Subkutane Antikörpertherapie steigert Zufriedenheit bei MS
Patientinnen und Patienten mit schubförmiger MS sind nach Umstellung auf das subkutan verabreichte Ofatumumab zufriedener mit der Therapie und bewerten ihren Krankheitsverlauf positiver.
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Gegen das Antigen CD20 auf B-Zellen gerichtete Antikörper haben sich bei der schubförmig remittierenden Multiplen Sklerose (RRMS für relapsing remitting MS) als wirksame Therapeutika erwiesen: Die Entzündungsaktivität nimmt ab, Schübe treten seltener auf und Funktionsverschlechterungen stellen sich später ein. Neue Daten zeigen: Werden Patientinnen und Patienten von den intravenös verabreichten Wirkstoffen Rituximab und Ocrelizumab auf das subkutane Ofatumumab umgestellt, verbessern sich dadurch die Zufriedenheit der Betroffenen und ihre Einschätzung des Krankheitsverlaufs. Das berichtet ein Team um Dr. Le Hua vom Cleveland Clinic Lou Ruvo Center for Brain Health in Las Vegas.
An der von Novartis gesponserten multizentrischen Studie OLIKOS hatten 102 RRMS-Betroffene teilgenommen, die mit Ocrelizumab (n = 101) oder Rituximab (n = 1) effektiv und verträglich behandelt worden waren und die auf die subkutane Therapie wechselten. Die Teilnehmenden waren zu zwei Dritteln weiblich, das mittlere Alter betrug 43,5 Jahre. Zu Beginn sowie im Verlauf der Studie füllten sie verschiedene Fragebogen aus.
Nach einem Jahr gaben im Patient Global Impression of Change Survey (PGIC) 49,2 % der Teilnehmenden eine Verbesserung an, 24,6 % berichteten von einer Verschlechterung und 26,2 % hatte keine Veränderung wahrgenommen. Auch auf dem Treatment Satisfaction Questionnaire for Medication (TSQM-9) zeigten sich steigende Werte für die Bereiche allgemeine Zufriedenheit, Wirksamkeit und angenehme Medikamentengabe.
Lebensqualität sowie körperliche und psychische Aspekte blieben im Jahresverlauf stabil (12-Item Short Form Health-Survey). Solche von Betroffenen selbst berichteten Informationen über ihren Gesundheitszustand, sogenannte Patient-Reported Outcomes (PRO), sind laut den Forschenden wichtig, um den Einfluss sowohl der Erkrankung als auch der Therapie auf das Gesamtbefinden zu erfassen. Denn dazu zählten auch psychische und soziale Aspekte sowie das allgemeine Wohlbefinden von Erkrankten.
Die meisten Patientinnen und Patienten beschrieben unerwünschte Wirkungen, wobei sich über die für Anti-CD20-Therapeutika bekannten Nebenwirkungen hinaus keine neuen sicherheitsrelevanten Aspekte ergaben. Die Daten aus dieser recht kleinen Untersuchung passen zu vorherigen Studienergebnissen, nach denen Betroffene in der Klinik unter subkutaner Therapie eine höhere Lebensqualität angeben als unter intravenöser Applikation der Medikamente.
Quelle: Hua LH et al. Poster QOL 11; Consortium of Multiple Sclerosis Centers; 39th Annual Meeting May 2025