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TNA oder TIA: Art der Attacke ist ausschlaggebend

Autor: Dr. Anja Braunwarth

TNA und TIA müssen unterschieden werden. TNA und TIA müssen unterschieden werden. © peterschreiber.media – stock.adobe.com
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Passagere neurologische Ausfälle erhalten meist direkt das Etikett der transitorisch ischämischen Attacke. Doch Vorsicht: Es gibt noch eine Konkurrentin.

Die transitorische ischämische Attacke (TIA) kennt wohl jeder. Vergessen wird aber oft die transitorisch neurologische Attacke (TNA), bedauerte Professor Dr. Wolf-Rüdiger Schäbitz vom Evangelischen Klinikum Bethel in Bielefeld. Während bei der TNA neurologische Symptome jeglicher Ausprägung inklusive nicht-fokaler Zeichen wie Bewusstseinsstörungen, Schwindel oder Gangstörungen auftreten können, ist die TIA durch rein fokal-neurologische Ausfälle wie Störungen des Sehens, Sprechens und der Koordination gekennzeichnet.

Die Unterscheidung mag auf den ersten Blick akademisch wirken, hat aber klinische Bedeutung. Zum einen korrelieren TNA signifikant mit dem Auftreten von Herzinfarkten. Zum anderen stellen sie einen starken Prädiktor für spätere Schlaganfälle der vertebrobasilären Zirkulation dar. „Wir müssen die TNA daher eindeutig als Vorboten oder Begleiterscheinung einer Hirnstammischämie werten“, so Prof. Schäbitz.

Quelle: ANIM* 2020

* Arbeitstagung NeuroIntensivMedizin

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