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Frühmarker für Alzheimer Veränderte Bewegungsmuster korrelieren mit bekannten Charakteristika

Autor: Dr. Elke Ruchalla/Dr. Anja Braunwarth

Die Autoren konnten nachweisen, dass Abschwächungen der FMAR eindeutig mit den typischen PET- und den Liquorbefunden der Kranken korrelierten. Die Autoren konnten nachweisen, dass Abschwächungen der FMAR eindeutig mit den typischen PET- und den Liquorbefunden der Kranken korrelierten. © iStock/whitehoune
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Zeig mir, wie Du gehst und ich sag Dir, wie Du denkst: So salopp könnte man die Ergebnisse einer aktuellen Studie zusammenfassen. Darin wurde der Zusammenhang zwischen motorischen Mustern und Zeichen einer Alzheimer-Demenz untersucht.

Während wir alltäglichen Aktivitäten nachgehen, kommt es zu unbewussten komplexen Fluktuationen in unserer Motorik. Abweichende Muster dieser „Fractal Motor Activity Regulation“ (FMAR) wurden bereits mit kognitiven Einbußen beim manifesten M. Alzheimer in Verbindung gebracht. Ob sie sich auch als Marker zur Früherkennung der Erkrankung eignen, untersuchte das Team um den Anästhesisten Dr. Lei Gao vom Massachusetts General Hospital in Boston.

Die Fluktuationen der Motorik lassen sich mit einer Art Armband aufzeichnen. Die Wissenschaftler ließen 178 kognitiv Gesunde 7–14 Tage lang zu Hause diesen Aktigraphen tragen und werteten dann die Aufzeichnungen aus. Bewusst konzentrierten sie sich dabei auf den Tag, um mögliche Verzerrungen durch Schlafstörungen auszuschalten.

Zusammenhang bestand nur für Frauen

Präklinische Alzheimerpathologien erfassten sie über den Nachweis von Amyloid-Plaques in der Positronen-Emissionstomographie und über die Messung der Phospho-Tau-181/Amyloid-beta-42-Ratio im Liquor. Die Autoren konnten nachweisen, dass Abschwächungen der FMAR eindeutig sowohl mit den typischen PET- als auch mit den Liquorbefunden der Kranken korrelierten. Dabei spielten Alter, körperliche Aktivität sowie Restaktivitätsmuster keine Rolle. Auch ob Menschen Träger des Apolipoprotein-E-e4-Allels, einer Alzheimer-Risikogenvariante, waren, hatte keinen Einfluss.

Aber das Geschlecht war von Bedeutung: Denn der Zusammenhang bestand nur für Frauen – warum, weiß bisher keiner. Es könnte einfach daran liegen, dass Männer unterrepräsentiert waren, sie machten nur etwa ein Drittel der Teilnehmer aus. Möglicherweise bilden sich auch pathologische prädemenzielle Veränderungen bei Frauen früher im FMAR ab. Dieses Ergebnis gibt aber Anlass für weitere Untersuchungen.

„Die abweichenden Bewegungsmuster könnten schon Jahre vor den ersten Symptomen eines M. Alzheimer erkennbar sein“, sagte Dr. Gao in einer Pressemitteilung. Wenn andere Forschergruppen diese Ergebnisse bestätigen, ließe sich damit vielleicht ein Zeitfenster definieren, in dem man eingreifen könnte, bevor die Demenz voll einsetzt, sei es medikamentös oder indem man Risikofaktoren modifiziert.

„Mit diesem Ansatz könnte die Alzheimer-Forschung ganz neue Wege einschlagen“, fügte der Physiologe Dr. Kun Hu, Co-Autor der Studie, hinzu. „Wissenschaftler würden sich nicht mehr ausschließlich auf die geistigen Fähigkeiten konzentrieren, sondern auch auf motorische Funktionen, die den Alzheimer mit anderen Krankheiten in Verbindung bringt, z.B. mit Schlafstörungen.“

Quelle:
1. Gao L et al. Alzheimer’s Dement 2021; 13: e12211; DOI: 10.1002/dad2.12211
2. Pressemitteilung Brigham and Women’s Hospital

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