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Autoimmunerkrankungen Vorsicht ist besser als Nachsicht

Autor: Denise Lehmann

Vitamin D reguliert ein breites Spektrum von Genen, die vielfach an Entzündungsprozessen und Immunreaktionen beteiligt sind. Vitamin D reguliert ein breites Spektrum von Genen, die vielfach an Entzündungsprozessen und Immunreaktionen beteiligt sind. © iStock/peterschreiber.media
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Autoimmunerkrankungen sind insbesondere in alternden Industriegesellschaften ein Problem. Nun haben Wissenschaftler ein Mittel zur Prävention ausgemacht.

Die Supplementierung von Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren kann dazu beitragen, das Risiko von Autoimmunerkrankungen bei älteren Menschen zu senken. Zu diesem Ergebnis kamen Wissenschaftler in den USA. Bislang beschränke sich die Therapie von Autoimmunerkrankungen auf die Symptomkontrolle – der Prävention komme daher eine besondere Bedeutung zu.

Langfristig treten weniger Erkrankungen auf

In einer placebokontrollierten Studie mit 25.871 US-Amerikanern untersuchten die Forscher den Effekt der Supplemente auf die Inzidenz von Autoimmunerkrankungen. Das mediane Alter der Probanden betrug 67,1 Jahre. Bei den jährlichen Follow-up-Terminen wurde per Fragebogen das Auftreten neuer Autoimmunerkrankungen erfasst und bei Meldung eine Untersuchung veranlasst, die die Diagnose gemäß der Studienkriterien sicherte.

Konkret reduzierte die tägliche Einnahme von 50 µg Vitamin D über fünf Jahre hinweg die Wahrscheinlichkeit einer Autoimmunerkrankung um 22 %. Ein weiterer Studienarm mit Omega-3-Fettsäuren förderte keine signifikante Minderung der Inzidenz zutage. Beide Interventionen kombiniert oder allein zeigten jedoch größere Effekte als Placebo.

Zudem gibt es Hinweise auf die Wirkmechanismen, so die Autoren: Vitamin D reguliert ein breites Spektrum von Genen, die vielfach an Entzündungsprozessen und Immunreaktionen beteiligt sind. Omega-3-Fettsäuren können eine systemische Inflammation möglicherweise bremsen, indem sie die Produktion von C-reaktivem Protein und proinflammatorischen Zytokinen hemmen. Die untersuchten Supplemente gelten als verträglich und sicher und bieten nach Auffassung der Forscher derzeit zumindest in diesem Bereich die einzige Alternative.

Quelle: Hahn J et al. BMJ 2022; DOI: 10.1136/bmj-2021-066452

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