Varianten der Urtikaria

UV-A ist bei solarer Urtikaria der unterschätzte Hauptauslöser

16. Allergologie-Update-Seminar
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Eine neue Multizenterstudie identifiziert UV-A als häufigsten Auslöser der solaren Urtikaria.

94 % der Betroffenen mit solarer Urtikaria reagieren auf UV-A. Eine britische Studie mit 178 Teilnehmenden liefert neue Erkenntnisse zu Auslösern und Therapieoptionen.

Eine solare Urtikaria hat – wie der Name schon sagt – einen relativ eindeutigen Auslöser: die Sonne. Bisher ließ die Datenlage aber kaum Rückschlüsse hinsichtlich der Qualität des auslösenden Lichts zu, bemängelte Prof. Dr. Bettina Wedi von der Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie der Medizinischen Hochschule Hannover. Diese Situation hat sich geändert. Für eine britische Studie konnten in den Jahren 2019–2023 immerhin 178 Teilnehmende aus sechs Zentren rekrutiert werden.

Das mittlere Alter bei Erstmanifestation der solaren Urtikaria betrug 35 Jahre. Wie bei anderen Urtikariaformen gab es mehr Patientinnen (67 %) als Patienten. Gut die Hälfte (57 %) der Betroffenen hatte Hauttyp II, was geografisch nicht weiter überrascht. Zwei Drittel litten an einer komorbiden atopischen Erkrankung, darunter allergische Rhinitis, allergisches Asthma und atopische Dermatitis. Ein Fünftel der Patientinnen und Patienten wies eine weitere chronische Form der Urtikaria auf.

9 von 10 Personen reagierten auf UV-A-Strahlung

94 % der Teilnehmenden reagierten auf UV-A-Strahlung – mono (31 %), in Kombination mit UV-B (16 %) und/oder sichtbarem Licht (13 % bzw. 29 %). Nur ein minimaler Teil (6 %) entwickelte die Urtikaria als Reaktion aufgrund von sichtbarem Licht allein. „Das ist ein bisschen anders als in bisherigen Publikationen, in denen das sichtbare Licht als deutlich häufiger angesehen wurde“, so Prof. Wedi.

Im Rahmen der Behandlung hatten fast alle Patientinnen und Patienten Lichtschutz und H1-Antihistaminika genutzt. Die Hälfte war mit dem Leukotrienrezeptor-Antagonisten Montelukast und H2-Blockern versorgt worden, was allerdings nicht den aktuellen Leitlinien entspricht. „Das empfehlen wir heute nicht mehr“, betonte Prof. Wedi. Ein gutes Viertel hatte Omalizumab off-label erhalten, mit Remissionsraten von 38 % (komplett) bis 53 % (partiell). Insgesamt entwickelten 30 % eine Toleranzinduktion. Quer über alle Behandlungstypen erreichten nur 24 % eine Komplettremission, was als „richtig schlecht“ anzusehen sei. In der Subgruppe derjenigen, die den Antikörper bekamen, stieg die Rate auf 38 %. Zur partiellen Remission kam es unter dieser Therapie bei gut der Hälfte.

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