Künstliche Intelligenz als Psycho-Coach?
Ein Drittel der jungen Menschen mit Depression spricht mit einer KI über die Erkrankung – meist mit positiven Erlebnissen. Doch die digitale Hilfe birgt auch Schattenseiten.
Jeder dritte jüngere Mensch mit Depression spricht mit einer künstlichen Intelligenz über seine Erkrankung. Das zeigt eine repräsentative Befragung der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention unter 2.500 Personen zwischen 16 und 39 Jahren.
Als Hauptgrund für die Nutzung von KI-Chatbots gaben 56 % der Betroffenen an, einfach mit jemandem über ihre Probleme sprechen zu wollen. Die Erfahrungen damit sind gemischt. Die KI wurde zwar als verständnisvoll und respektvoll erlebt, jedoch empfanden 57 % der Nutzenden das Gespräch mit einem Computerprogramm als bedrückend. Besorgniserregend ist, dass 53% nach der Nutzung verstärkt Suizidgedanken hatten und 62 % meinten, die KI mache einen Arztbesuch überflüssig. Experten warnen, dass eine KI weder eine professionelle Diagnostik noch eine leitliniengerechte Behandlung ersetzen kann und empfehlen Betroffenen, sich weiterhin an Fachpersonal zu wenden.
Pressemitteilung – Stiftung Deutsche Depressionshilfe