Fatale Fertiggerichte

Hochverarbeitete Lebensmittel fördern Übergewicht

Aus der Fachliteratur
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Stand: 
|Lesezeit: 4 Min
Tütensuppen und andere hochprozessierte Produkte sind oft gefällig im Geschmack, enthalten aber wenig Gesundes.

Schnell zubereitet, preiswert und schmackhaft: Fertigprodukte erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Doch ihr hoher Verarbeitungsgrad scheint sich negativ auf das Essverhalten auszuwirken und Adipositas zu begünstigen. Beim Griff ins Regal allein auf die Nährstoffzusammensetzung zu achten, greift aber offenbar zu kurz.

Anfang des Jahrtausends war brasilianischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aufgefallen, dass in sozial schwachen Bevölkerungsgruppen statt Mangelernährung plötzlich Übergewicht dominierte. Zeitgleich stieg das Angebot industriell stark verarbeiteter, preisgünstiger Produkte deutlich an, berichten Dr. oec. troph. Svenja Fedde und Prof. Dr. oec. troph. Anja Bosy-Westphal, Institut für Humanernährung und Lebensmittelkunde, Kiel. Die brasilianische Arbeitsgruppe sah einen Zusammenhang und führte 2009 die sogenannte NOVA-Klassifikation ein.

NOVA-Klassifikation
 

Beschreibung

Beispiele

NOVA 1

unverarbeitete/minimal verarbeitete Lebensmittel

Obst, Gemüse, Milch, Fleisch

NOVA 2

kulinarische Zutaten

Öl, Salz, Zucker

NOVA 3

verarbeitete Lebensmittel

Käse, Konserven, Brot

NOVA 4

hochverarbeitete Lebensmittel

Softdrinks, Fertigsoßen, Ready-to-eat- und Ready-to-heat-Produkte

Sie ordnet Lebensmittel nach ihrem Verarbeitungsgrad in vier Gruppen ein. Gruppe 4 umfasst industriell hergestellte Nahrungsmittel aus überwiegend kostengünstigen Zutaten, industriellen Energie- und Nährstoffquellen sowie Zusatzstoffen. Sie weisen meist neben einer hohen Energiedichte auch ein ungünstiges Fettsäuremuster auf und enthalten jede Menge raffinierte Kohlenhydrate, Zucker und Salz. Hochwertige Proteine, Ballast- und Mikronährstoffe finden sich hingegen nur in geringem Umfang.

Warum schmecken hochverarbeitete Produkte so verführerisch?

Hochverarbeitete Lebensmittel sind so konzipiert, dass sie lecker aussehen und sehr gut schmecken, was wahrscheinlich durch bestimmte Kombinationen von Fett, Zucker und Salz erreicht wird. Die Zusammensetzung ist möglicherweise mitverantwortlich für den übermäßigen Verzehr. Außerdem ist die Konsistenz von Fertigspeisen meist weich, was die Essgeschwindigkeit steigert.

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