Reisemedizin

Höhenkrankheit ist keine Frage der Kondition

Aus der Fachliteratur
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Stand: 
|Lesezeit: 5 Min
Bei schwerer Höhenkrankheit kann Sauerstoff vorübergehend helfen. Den Abstieg ins Tal oder in eine tiefere Lage ersetzt er aber nicht.

Ab etwa 2.500 Metern über dem Meeresspiegel kann bei nicht akklimatisierten Menschen die Höhenkrankheit auftreten. Entscheidend ist dabei nicht allein, wie hoch es hinaufgeht, sondern vor allem, wie schnell man aufsteigt.

Ob Alpen, Anden oder Himalaya: Beim Bergsteigen wird eine gelungene Akklimatisation zum entscheidenden Faktor dafür, wie gut sich der Körper an die Höhe anpassen kann, schreibt eine Gruppe um Dr. Sudeep Adhikari vom Oxford University Clinical Research Unit in Lalitpur, Nepal. Die Autorinnen und Autoren ordnen ein, was das Risiko für die Höhenkrankheit bestimmt. Sie orientieren sich an den 2024 aktualisierten Leitlinien der Wilderness Medical Society (WMS) sowie an den Empfehlungen der medizinischen Kommission der Union Internationale des Associations d’Alpinisme (UIAA).

Entscheidend ist die Geschwindigkeit des Aufstiegs

Als Höhenkrankheit werden verschiedene Krankheitsbilder zusammengefasst, die ab etwa 2.500 Metern Höhe auftreten können. Das Spektrum reicht von der akuten Höhenkrankheitbis zum lebensbedrohlichen Höhenhirn- und Höhenlungenödem.

Von zentraler Bedeutung ist das Tempo des Aufstiegs. Entscheidend ist dabei nicht die an einem Tag erreichte maximale Höhe, sondern wo der Reisende die Nacht verbringt. Es gilt: Oberhalb von 3.000 Metern sollte das Nachtquartier nicht mehr als 300 bis 500 Meter über dem vorherigen liegen. Nach jeweils rund 1.000 Höhenmetern empfiehlt sich ein kompletter Tag zur Anpassung.

Die individuelle Vorgeschichte beeinflusst das Risiko

Daher lohnt der genaue Blick auf die Routenplanung: In welcher Höhe wird übernachtet? Bleibt Zeit, sich an die Höhe zu gewöhnen? Und wie lässt sich reagieren, wenn ernste Probleme auftreten? Im Notfall kommt es darauf an, ob ein rascher Abstieg oder der Transport in eine tiefere Lage möglich ist.

Für die individuelle Risikoeinschätzung spielt auch die Vorgeschichte der oder des Reisenden eine Rolle. Eine frühere moderate oder schwere akute Höhenkrankheit erhöht die Wahrscheinlichkeit für weitere Episoden. Nach einem bereits früher erlittenen Höhenhirn- oder Höhenlungenödem besteht ein hohes Risiko, eine frühere leichte akute Höhenkrankheit allein birgt ein niedriges Risiko (siehe Kasten).

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