Opioid-induzierte Obstipation (OIC)

Opioid-induzierte Obstipation (OIC): Lebensqualität erhalten

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Starke Schmerzen lassen sich mit Opioiden meist sicher beherrschen.

Starke Schmerzen lassen sich mit Opioiden meist sicher beherrschen. Da Opioide sowohl an µ-Rezeptoren im ZNS als auch im enterischen Nervensystem der Darmmukosa binden, tritt neben der Schmerzreduktion häufig eine OIC auf, die die Lebensqualität der Patienten beeinträchtigt und behandelt werden sollte.

 

Eine Schmerztherapie mit Opioiden ist sehr effektiv. Bei schätzungsweise 60–90 % der Tumorpatienten und bei 40–60 % der Patienten mit nicht-tumorbedingten Schmerzen kommt es jedoch zu einer Opioid-induzierten Obstipation (OIC). Die OIC kann zu so starken Einschränkungen der Lebensqualität führen, dass sie die Compliance der Schmerzpatienten deutlich herabsetzt. „Zudem belastet sie die oft schwerkranken Patienten zusätzlich“, berichtete Dr. med. Wolfgang Schwarz, Bardowick.

Zur Therapie der OIC werden Laxanzien empfohlen, die nach Dr. med. Franz Krizanits, Mülheim a. d. R., das komplexe Beschwerdebild oft nicht ausreichend beherrschen. Bei unzureichendem Ansprechen von Laxanzien kann, so der Experte, als orale Begleitmedikation ­Moventig® (Naloxegol) zur Opioid-Therapie gegeben werden. Naloxegol ist ein pegyliertes Derivat des µ-Opioid-Rezeptorantagonisten Naloxon, das selektiv die µ-Rezeptoren im Darm blockiert und damit die Opioid-Wirkung im enterischen Nervensystem der Darmmukosa ausschaltet. „Der gesamte gastrointestinale Komplex wird dadurch verbessert“, machte Krizanits deutlich. Da Naloxegol die Blut-Hirn-Schranke nicht überwindet, bleibt die analgetische Opioid-Wirksamkeit über die µ-Rezeptoren im ZNS nahezu vollständig erhalten.

 


 

Dr. Claudia-Viktoria Schwörer 
 

 

 

Symposium: „Beatrice K. leidet – (k)ein besonderer Fall in der palliativen Versorgung“, im Rahmen des Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin 2018, Kyowa Kirin, Bremen, September 2018
 

 

Erschienen in: Der Allgemeinarzt, 2018; n/a (17) Seite 76
Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf doctors.today publiziert.

 

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