Milch, Käse, Joghurt: Schutz vor Herzkrankheiten und Krebs?
Regelmäßiger Verzehr von Milchprodukten ist mit einem niedrigeren Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen und bestimmte Tumoren assoziiert. Fermentierte Milchprodukte wie Joghurt oder Käse scheinen besonders gesundheitsfördernd zu sein.
Kuhmilch und daraus hergestellte Erzeugnisse galten lange Zeit als gesunde Lebensmittel, insbesondere mit Blick auf Vitamine, Mineralstoffe oder hochwertiges Eiweiß. In jüngerer Zeit werde der Wert der Molkereiprodukte für eine ausgewogene Ernährung aber mitunter angezweifelt, schreibt eine Studiengruppe um Saskia Akyil von der Technischen Universität München.
Um den Zusammenhang zwischen dem Konsum von Kuhmilchprodukten und Gesundheit zu untersuchen, hat das Team eine systematische Literaturrecherche durchgeführt. Analysiert wurden 95 systematische Übersichtsarbeiten zum Thema, die zwischen Januar 2014 und Februar 2024 veröffentlicht worden waren. Zusätzlich wertete das Team Berichte des World Cancer Research Fund zu ausgewählten Krebserkrankungen aus.
Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen gesenkt
Alles in allem erfasste die Arbeitsgruppe 281 Assoziationen zwischen Milchverzehr und weit verbreiteten Volksleiden. Dabei zeigte sich in knapp 38 % der Fälle ein verringertes Erkrankungsrisiko, während sich nur bei rund 4 % Hinweise auf ein erhöhtes Risiko zeigten. Weder ein positiver noch ein negativer Effekt ergab sich für 48 % der Zusammenhänge. Bei den verbleibenden 10 % war das Bild unklar.
Vor allem das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie für bestimmte Tumoren, darunter Mund-, Blasen- und Darmkrebs, lag bei regelmäßigem Verzehr von Milchprodukten niedriger. Subgruppenanalysen zeigen, dass der positive Zusammenhang sowohl für fettreduzierte Erzeugnisse als auch für Vollmilchprodukte gilt.
Zwischen Milchproduktkonsum und dem Auftreten von Übergewicht und Adipositas zeigte sich keine Verbindung. Fermentierte Milch scheint besonders gesund zu sein: Einige Studien deuten an, dass etwa Joghurt das Risiko für Typ-2-Diabetes senken könnte.
Akyil S et al. Eur J Clin Nutr 2025; doi: 10.1038/s41430-025-01639-5