Revaskularisierung bleibt die Ausnahme

PAVK konservativ behandeln

Aus der Fachliteratur
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Stand: 
|Lesezeit: 4 Min
Die Therapie einer PAVK richtet sich auch danach, ob sie Beschwerden bereitet oder nicht.

In der Therapie der PAVK geht es vor allem darum, das erhöhte Risiko der Betroffenen für kardiovaskuläre Ereignisse zu reduzieren. Bei intermittierender Claudicatio will man zudem die Gehstrecke verbessern. Revaskularisierende Maßnahmen sind dagegen nur in kritischen Fällen eine Option.

Die periphere arterielle Verschlusskrankheit wird primär konservativ behandelt. Basis sind dabei Veränderungen des Lebensstils, d. h., Rauchstopp, gesunde Ernährung und Gewichtsreduktion. Patientinnen und Patienten mit asymptomatischer PAVK sollte man dazu raten, im aeroben Bereich körperlich aktiv zu sein, um Gehstrecke und Lebensqualität zu verbessern.

PAVK: Welche Rolle spielt die überwachte Bewegungstherapie?

Liegt bereits eine Claudicatio intermittens vor, ist es dagegen ratsam, eine überwachte Bewegungstherapie durchzuführen. Im Vergleich zum unstrukturierten Training in Eigenregie kann man damit eine höhere Adhärenz, ein gebessertes funktionelles Outcome und eine verlängerte maximale Gehstrecke erreichen, schreibt eine Arbeitsgruppe um ­Riikka ­Tulamo von der Gefäßchirurgie des Universitätsklinikums Helsinki. Ein überwachtes Krafttraining hat sich ebenfalls als nützlich erwiesen, jedoch erreicht man damit weniger als mit einem Bewegungstraining.

Die Pharmakotherapie bei PAVK zielt darauf ab, vorhandene kardiovaskuläre Risikofaktoren zu modulieren und den Blutfluss zu verbessern:

  • Den angestrebten Rauchverzicht kann man durch eine Nikotin­ersatztherapie, Vareniclin, Bupropion und Rauch-Stopp-Programme unterstützen.

  • Das LDL-C sollte man auf einen Wert < 55 mg/dl bzw. um mehr als 50 % vom Ausgangswert reduzieren. Statine gelten dafür als Mittel der Wahl. Sie senken nicht nur die kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität, sondern erhöhen bei Claudicatio intermittens die Gehstrecke, vermindern die Häufigkeit von Amputationen und verbessern nach Revaskularisierung die Offenheitsrate. Kann das LDL-Ziel mit diesen Substanzen nicht erreicht werden, kommen Ezetimib und ggf. PCSK9-Hemmer zum Einsatz.

  • Bei Menschen unter 80 Jahren liegt der anzustrebende Blutdruck < 130/80 mmHg, bei Älteren < 140/80 mmHg.

  • Ein Typ-2-Diabetes ist so einzustellen, dass das HbA1c 6,9 % nicht überschreitet. Bei älteren Menschen erscheinen ggf. höhere Werte akzeptabel.

  • Plättchenhemmer haben bei asymptomatischer PAVK keinen nachweisbaren Nutzen. Ist die Erkrankung symptomatisch, geht dagegen die vaskuläre Ereignisrate insgesamt zurück – einer Metaanalyse zufolge um 23 % im Vergleich zu Placebo. In Abhängigkeit vom individuellen Blutungsrisiko sollte man Patientinnen und Patienten mit stabiler symptomatischer PAVK bevorzugt mit Clopidogrel, alternativ mit ASS (100–325 mg/d) behandeln. Bei Betroffenen ohne hohes Blutungsrisiko kann man auch eine intensivierte antithrombotische Therapie mit Rivaroxaban (2,5 mg 2x/d) und ASS (100 mg/d) erwägen. Unter einer solchen dualen Therapie sinkt sowohl die kardio- und zerebrovaskuläre Ereignisrate als auch die Häufigkeit von peripheren Gefäßverschlüssen und Amputationen.

  • Für den Einsatz von vasoaktiven Substanzen wie Cilostazol und Naftidrofuryl fehlt die Evidenz. Im Hinblick auf Amputationen, Revaskularisierungen und kardiovaskuläre Ereignisse können sie nicht überzeugen.

Wann ist ein Gefäßeingriff tatsächlich gerechtfertigt?

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