Über kurz oder lang – Long COVID und ME/CFS
Im Medizinstudium hört kaum jemand von der Myalgischen Enzephalomyelitis bzw. dem Chronischen Fatigue-Syndrom (ME/CFS). Das bestätigt der Neurologe Dr. Michael Stingl aus Wien: „Es ist im Studium kein Thema, es ist auf neurologischen Fachkongressen kein Thema, es ist in der neurologischen Ausbildung kein Thema.“
Und das, obwohl ME/CFS zumindest formal der Neurologie zugeordnet ist. Er weiß: Sobald sich herumspricht, dass man sich als Ärztin oder Arzt mit ME/CFS beschäftigt, ist die Praxis voll mit Patienten, die die entsprechenden Beschwerden haben. Dass auch COVID-19 zu Langzeitfolgen im Sinne einer ME/CFS führen kann, ist nicht überraschend, so Dr. Stingl. „Es ist irre, wie viele Menschen sich tagtäglich per E-Mail oder Telefon melden, weil sie gerne einen Termin hätten bzw. flehentlich um einen Termin bitten, weil einfach sonst keine Kapazität dafür gegeben ist. Und das muss sich dringend ändern.“
Meist dauert es lange, bis Patienten mit ME/CFS eine Praxis finden, in der sie sich mit ihrer Erkrankung ernst genommen fühlen. Das weiß auch Dr. Isabelle Greber aus Boppard, die zahlreiche Patienten mit Long COVID und/oder ME/CFS in ihrer Praxis behandelt.
In dieser Folge der Podcast-Staffel „Über kurz oder lang“ spricht Dr. Cornelia Werner mit ihren beiden Gästen darüber, wie die Anamnese bei Verdacht auf ME/CFS aussehen sollte, welche Untersuchungen wichtig sind und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt. Wie immer mit konkreten Tipps für Hausärztinnen und Hausärzte.
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