KI-gestützte Erinnerungskultur in der Palliativversorgung
Digitale Unsterblichkeit: Hilfe bei der Trauer oder gefährliche Illusion? Palliativ-Expertin Dorothée Becker im Gespräch.
Mama, du fehlst mir, ruft ein kleines Mädchen. Die Mutter antwortet: Ich bin doch da, Liebes. Doch das Kind ist längst verstorben, existiert nur als KI-generierter Avatar. Was klingt wie Science-Fiction, ist Realität: Chatbots simulieren Gespräche mit Verstorbenen, digitale Zwillinge imitieren Stimme, Gestik und Persönlichkeit geliebter Menschen. Sind solche digitalen Erinnerungshilfen sinnvoll für die Trauerverarbeitung oder bergen sie Risiken? Dorothee Becker, Fachkraft für Palliativ Care mit jahrzehntelanger Erfahrung, spricht über Chancen und Gefahren der digitalen Unsterblichkeit. Sie erklärt, warum professionelle Begleitung entscheidend ist, welche rechtlichen Fragen ungeklärt sind und wie sich Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte auf diesen Trend vorbereiten sollten. Ein Gespräch über Individualität in der Trauer, das Recht auf eigene Erinnerung und die Frage: Hätte der Verstorbene das überhaupt gewollt?
Anouschka Wasner
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