Melanomnachsorge per Smartphone gelingt gut
Eigenständige Hautkontrollen per Smartphone-Dermatoskop ermöglichen teledermatologische Beurteilungen in über 90 % der Fälle. Eine australische Studie zeigt: Patientinnen und Patienten können die Nachsorge aktiv mitgestalten.
Am Smartphone anzubringende Dermatoskope können bei der Nachsorge des malignen Melanoms helfen. Die so aufgenommenen Bilder reichen in der Mehrzahl der Fälle für eine teledermatologische Empfehlung aus. Das berichtet ein australisches Forscherteam um Dr. Deonna Ackermann von der Universität Sydney, das im Rahmen einer Studie zwei Handy-Dermatoskope miteinander verglich.
Ländliche Bereiche könnten besonders profitieren
Insbesondere in ländlichen oder dermatologisch unterversorgten Regionen gewinnt die teledermatologische Melanomnachsorge an Bedeutung, sagen die Forschenden. Die Dermatoskopie in Eigenregie wird von den Betroffenen gut akzeptiert, ist praktikabel und reduziert Wartezeiten. Allerdings bestehen bislang noch Bedenken hinsichtlich der Bildqualität.
Die Forschenden statteten 251 Personen (Durchschnittsalter 56 Jahre), die aufgrund eines Melanoms im Frühstadium therapiert worden waren, mit einem Smartphone-Dermatoskop aus. Alle absolvierten im Rahmen der australischen MEL-SELF-Studie zwischen 2021 und 2024 eine Nachsorgestrategie mit intensiver Eigenbeteiligung. In dreimonatigen Intervallen fertigten sie Aufnahmen von ärztlicherseits festgelegten Hautläsionen sowie optional weiteren auffälligen Arealen an. 128 Personen nutzten ein Polarisationsdermatoskop mit eigener Lichtquelle, die übrigen 123 ein günstigeres Modell vom gleichen Hersteller, aber ohne eigene Lichtquelle und polarisierten Modus. Die Bilder wurden per App über eine Teledermatologieplattform übertragen und von Fachleuten ausgewertet.
Eine Frage des Preises
Der kleine Vorteil der Polarisationstechnologie muss gegen die höheren Kosten abgewogen werden. Das teurere Gerät kostete $324, das billigere nur $35.
Von allen übermittelten Aufnahmen konnten 95 % der mit und 91 % der ohne Polarisationstechnologie angefertigten ärztlich befundet werden und zogen eine entsprechende Empfehlung nach sich. Bezüglich der Bildqualität schnitt das Polarisationsdermatoskop besser ab als die günstigere Alternative, beide Vorrichtungen waren für die Betroffenen aber ähnlich gut handhabbar.
Rund 72 % der mit dem polarisierten und 68 % der mit dem nicht polarisierten Dermatoskop ausgestatteten Personen erhielten auf Grundlage der von ihnen angefertigten Basisaufnahmen eine teledermatologische Empfehlung, z. B. den Rat zu einer Kontrolluntersuchung bzw. einem persönlichen Termin. Damit gab es an diesem Punkt keinen signifikanten Unterschied zwischen den Gruppen. Auch nach zwölf Monaten war der Anteil der Personen mit mindestens einer ärztlichen Empfehlung in beiden Gruppen ähnlich hoch (81 vs. 76 %). Angesichts der Studienergebnisse halten die Forschenden beide Dermatoskope für die patientenzentrierte teledermatologische Melanomnachsorge für geeignet.
Ackermann DM et al. JAMA Dermatol 2025; doi: 10.1001/jamadermatol.2025.4792