Juckreiz mit allen Optionen lindern

Neues und Bewährtes zum chronischen Pruritus

Aus der Fachliteratur
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Stand: 
|Lesezeit: 4 Min
Besteht der Juckreiz über einen längeren Zeitraum und bleibt ggf. sogar über den ursprünglichen Auslöser hinaus bestehen, gilt er als eigenständiges Krankheitsbild.

Chronischer Pruritus kann Symptom einer Hautkrankheit sein oder im Rahmen von systemischen Erkrankungen auftreten. Oft bleibt die Ursache im Dunkeln. In der aktuellen Leitlinie wird die Therapie auf den neuesten Stand gebracht.

Jucken der Haut, das über sechs Wochen intermittierend oder permanent besteht, bezeichnet man als chronischen Pruritus. Dieser kann trotz Beseitigung des ursprünglichen Auslösers anhalten und muss dann als eigenständige Krankheit betrachtet und behandelt werden, heißt es in der neuen S2k-Leitlinie unter Federführung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft. In anderen Fällen besteht der Pruritus schon lange, bevor eine verursachende Erkrankung diagnostiziert wird. Nicht nur Dermatologinnen und Dermatologen sind mit dem quälenden Symptom konfrontiert, sondern alle medizinischen Fachrichtungen – am häufigsten hausärztliche, internistische, gynäkologische und psychosomatische Spezialgebiete. Eine interdisziplinäre Versorgung ist sinnvoll und beruht auf drei Säulen:

  • symptomatische Therapie zur Linderung des Juckens

  • Diagnostik und Therapie der auslösenden Grundkrankheit

  • Therapie der Folgen des Pruritus (Kratzläsionen, gestörter Schlaf, Depressivität, Ängstlichkeit oder sozialer Rückzug).

Zunächst gilt es zu unterscheiden, ob es sich um einen Pruritus auf primär veränderter Haut, d. h. im Rahmen einer Hauterkrankung, oder auf unveränderter Haut handelt (Tabelle). Letzteren nannte man bisher Pruritus sine materia. Eine dritte vom International Forum for the Study of Itch (IFSI) definierte Kategorie ist der chronische Pruritus mit schweren Kratzläsionen, z. B. bei chronischer Prurigo oder Lichen simplex. Für die dann folgende sorgfältige Anamnese können Pruritus-Fragebögen genutzt werden, mit denen man u. a. Beginn, Verlauf, Lokalisation, Qualität und Einflussfaktoren erfragt. Neu in die Leitlinie aufgenommen wurde die Empfehlung, bei der körperlichen Untersuchung die gesamte Haut zu betrachten, um Effloreszenzen und Hautzeichen systemischer Erkrankungen zu erfassen.

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