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Eine Dermatophyteninfektion der Kopfhaut (Tinea capitis) tritt vorwiegend bei Kindern auf und wird häufig durch Microsporum canis oder Trichophyton tonsurans verursacht. Die Pilzinfektion führt zu kreisrunden Alopeziearealen mit Schuppung und abgebrochenen Haarstümpfen.
Bei der Tinea corporis handelt es sich um eine Dermatophyteninfektion der Haut. Erreger sind Fadenpilze der Gattungen Trichophyton, Microsporum und Epidermophyten. Die Hautpilze ernähren sich vom Keratin der Haut und Hautanhanggebilde. Sie führen ausschließlich zu Hautinfektionen und (im Unterschied zu Candida albicans oder Schimmelpilzen) nie zu systemischen Infektionen. Prädisponierende Faktoren sind:
höheres Lebensalter
gestörte Hautbarrierefunktion (z.B. bei Hauterkrankungen wie Intertrigo, Reibetrauma)
meist stärkere entzündliche Veränderungen mit z.T. irreversibler Schädigung der Haut (Tinea profunda)
z.B. Microsporum gypseum (→ „Gärtnerpilz“)
Symptomatik
Typisch sind sich zentrifugal ausbreitende, scheibenförmige oder polyzyklische, leicht schuppende und zentral atrophische Plaques mit charakteristischer Randbetonung. Die Herde neigen zu Konfluenz sowie zu satellitenartiger Ausbreitung. Es kann ein meist mäßiger Juckreiz bestehen. Der Grad des entzündlichen Infiltration variiert je nach Abwehrlagen des Betroffenen und Virulenz der Pilzspezies.
Untersuchung
Es sollte immer die gesamte Haut einschließlich behaarter Kopf (Tinea capitis), Füße und Hände (Tinea pedis et manus), Nägel (Onychomykose) und Leistengegend (Tinea inguinalis) untersucht werden – möglicherweise auch mittels UV-Licht (Woodlicht-Lampe). Hier kann man die typischen Hautveränderungen finden.
Labor
Die Diagnostik besteht grundsätzlich in einer orientierenden Mikroskopie (von Hautgeschabseln vom Rand schuppender Herde) mit nachfolgender Kultur. Mit der Mikroskopie lassen sich unspezifisch Pilzelemente erkennen, es ist aber keine Art- oder Gruppenzuordnung möglich. Auch ein negatives Ergebnis schließt eine Pilzinfektion nicht aus und muss kulturell überprüft werden. Die Anzucht auf speziellen Nährböden über 1–4 Wochen ermöglicht die Speziesdiagnostik. Molekularbiologsiche Methoden (PCR) sind bisher nur in Speziallaboratorien verfügbar und können bei anbehandelter Tinea oder Mischinfektionen sinnvoll sein.
Pityriasis rosea („Röschenflechte“, auf den Körperstamm beschränkt)
diskoider Lupus erythematodes
Pharmakotherapie und nichtinvasive Therapie
Lokaltherapie: Bei umschriebener anthropophiler Tinea und bei streng solitären Läsionen einer zoophilen Tinea kann durch eine antimykotsiche Lokaltherapie meist eine schnelle Abheilung erreicht werden. Geeignete Antimykotika sind z.B. Ciclopiroxalamin, Miconazol, Terbinafin und Amorolfin, die je nach Lakalistation als Creme, Lotion, Gel oder Puder zur Verfügung stehen. Die Behandlung sollte in der Regel drei bis vier Wochen nach Abheilung noch fortgesetzt werden, um Rezidive zu vermeiden. Systemische Therapie:
indiziert bei Tinea corporis generalisata, i.d.R. bei allen zoophilen Dermatomykosen und bei Versagen der topischen Therapie
eingesetzt werden können Griseofulvin, Itraconazol oder Terbinafin
Prävention
Expositionsprophylaxe:
Tragen von Badelatschen in Schwimmbädern/Nassbereichen
kein Austausch von Handtüchern, Schuhen etc.
kein inniger Kontakt zu Pelztieren
Meidung des engen Körperkontaktes mit infizierten Personen
Leitlinien
Leitlinie zur Zeit in Überarbeitung. Letzter Stand 10/2008:Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG):Tinea der freien Haut
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