Mit Typ-1-Diabetes sicher durch in der Schwangerschaft
Schwangere mit Typ-1-Diabetes profitieren deutlich von automatisierten Insulinabgabesystemen. Studiendaten belegen eine bessere Time in Range, geringere glykämische Variabilität, höhere Schlafqualität und niedrigere Präeklampsieraten.
Schwangere mit Typ-1-Diabetes benötigen eine strenge glykämische Kontrolle. Frauen mit der Stoffwechselerkrankung, die schwanger werden wollen oder bereits früh schwanger sind, sollte man daher ein AID*-System anbieten, forderte PD Dr. Katharina Laubner von der Freiburger Universitätsklinik für Innere Medizin II. Diese Medizinprodukte bestehen aus einem System zur kontinuierlichen Glukosemessung und einer Insulinpumpe. Ein Algorithmus steuert die beiden Komponenten, erläuterte die Referentin.
Nur zwei AID-Systeme sind für Schwangere zertifiziert
Für den Einsatz in der Gravidität sind derzeit nur zwei AID-Systeme zertifiziert: CamAPS® FX und SmartGuardTM. Daten aus prospektiven randomisierten und kontrollierten Studien sprechen für ihre Sicherheit und Zuverlässigkeit. Allerdings ermöglicht es nur CamAPS® FX, ein Glukoseziel von < 100 mg/dl einzustellen, erläuterte die Referentin.
Für ein drittes AID-System, T:slim X2TM Control-IQTM, liegen seit dem vergangenen Jahr die Daten einer randomisierten kontrollierten Studie vor. Aufgenommen in diese Untersuchung wurden 91 Frauen mit Typ-1-Diabetes vor der 14. Schwangerschaftswoche (SSW). Sie erhielten entweder das AID-System oder eine Standard-Insulintherapie aus kontinuierlichem Glukosemonitoring plus manueller Insulingabe.
Die Frauen sind deutlich länger im Zielbereich
Im Vergleich zur Kontrollgruppe waren die mittels AID versorgten Frauen in den SSW 16 bis 34 mit einer TIR** von 65,4% vs. 50,3 % signifikant länger im schwangerschaftspezifischen Zielbereich von 63–140 mg/dl. Die angestrebte TIR > 70 % wurde allerdings nur nachts erreicht. In der Interventionsgruppe waren zudem die glykämische Variabilität und der Schlaf verbessert, die Präeklampsierate lag niedriger.
Auch rund um die Geburt ist die AID-Therapie sicher
Obwohl T:slim X2TM Control-IQTM noch keine CE-Zertifizierung hat, kann man diese Technologie bei Schwangeren einsetzen, resümierte Dr. Laubner. Ist eine Frau präkonzeptionell auf das System eingestellt, brauche man nur die Zielbereiche anzupassen. Auch während der Geburt und kurz danach, also in Phasen mit einem sich schnell ändernden Insulinbedarf, ist die AID-Therapie sicher, berichtete Dr. Laubner. Dies habe eine Sekundäranalyse der CRISTAL-Studie mit dem MinimedTM 780G gezeigt.
* automated insulin delivery system
** time in range