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Die diabetische Neuropathie kann verschiedene Regionen des peripheren und des autonomen Nervensystems erfassen, sie bildet sich meist nach langjähriger, oft unzureichend behandelter Stoffwechselstörung. Neben klinisch manifesten Nervenschäden finden sich vielfach subklinische Verläufe. Besonders häufig sind sensomotorische diabetische Polyneuropathien vor allem an der unteren Extremität, autonome Neuropathien betreffen vor allem das Herz mit potenziell letalen Rhythmusstörungen und den Gastrointestinaltrakt (Gastroparese, Dirrhöen). ICD10-Code: E10. bzw. (G73.0, G99.0, G59.0, G63.2)
Symptomatik
Bei der sensiblen distalen Polyneuropathie finden sich typischerweise Parästhesien (Kribbeln), sowie sowie Taubheitsgefühl und vermindertem Temperatur- und Vibrationsempfinden. Herzrhythmusstörungen, stumme Angina pectoris, Gastroparese und erektile Dysfunktion wecken den Verdacht auf eine autonome Neuropathie. Daneben gibt es noch zahlreiche weitere Manifestationen der diabetischen Neuropathie mit spezieller Symptomatik.
Untersuchung
Die Neuropathie-Diagnostik richtet sich nach dem vorliegenden Beschwerdebild (z.B. Stimmgabeltest bei Verdacht auf ein gestörtes Vibrationsempfinden). Je nach Symptomatik werden spezielle Untersuchungen erforderlich, beispielsweise autonome Funktionstests oder eine Messung der Nervenleitgeschwindigkeit.
Labor
Wichtig eine regelmäßige Kontrolle des HbA1c-Werts mit entsprechender Anpassung der Therapie. Denn ein schlecht eingestellter Diabetes mellitus verschlimmert die Neuropathie.
Differenzialdiagnostik
Differentialdiagnostisch muss an Neuropathien anderer Genese gedacht werden, die zu ähnlichen Symptomen führen können.
Pharmakotherapie und nichtinvasive Therapie
An erster Stelle steht eine möglichst normnahe Blutzucker-Einstellung. Außerdem sollte der Patient nervenschädigende Substanzen wie Alkohol und Nikotin meiden. Neuropathische Schmerzen lassen sich mit Antidepressiva und Antikonvulsiva lindern, bei Bedarf auch mit Analgetika inklusive Opioiden. Eine autonome Neuropathie mit unsicherer Magenentleerung kann die Stoffwechselkontrolle sehr erschweren.
Invasive und Interventionelle Therapie
Beim therapieresistenten diabetischen Fuß führt oft kein Weg an einer (Teil-)Amputation vorbei, wobei die Ausdehnung möglichst klein gehalten werden sollte. Patienten mit kardialer Neuropathie und Rhythmusstörungen profitieren gegebenenfalls von einem Schrittmacher.
Prävention
Die primäre Prävention baut auf die Reduktion vermeidbarer Risikofaktoren (Hyperglykämie, Nikotinabusus). Bei bereits eingetretener Neuropathie kann z.B. eine adäquate Schuhversorgung weitere Schäden verhindern.
Notfallmanagement
Die diabetische Neuropathie kann verschiedene Notfallsituationen auslösen: Bei der kardialen Beteiligung drohen tödliche Rhythmusstörungen und übersehende, weil asymptomatische Myokardinfarkte. Bei der peripheren Neuropathie mit diabetischem Fuß entwickeln sich häufig Nekrosen und schwerwiegende Infektionen (feuchte Gangrän, Sepsis). Die Therapie richtet sich nach dem aktuellen Befund.
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