Digitale Beratung unterstützt Blutzuckermanagement
Die Einstellung von Menschen mit Typ-1-Diabetes lässt weiter zu wünschen übrig. Laut skandinavoscher Studie verbessern wöchentliche CGM‑basierte Telekonsultationen die Blutzuckerkontrolle.
Die Behandlung von Menschen mit Typ-1-Diabetes hat in den letzten Jahrzehnten große Fortschritte gemacht, nicht zuletzt dank der weiten Verbreitung von kontinuierlichen Glukosemesssystemen (CGM) und Insulinpumpen. Dennoch erreichen viele der Betroffenen die HbA1c-Zielwerte nicht und sind einem Risiko für schwere Komplikationen ausgesetzt.
Mit der Frage, ob eine digitale Fernberatung auf Basis von CGM-Daten den Blutzucker bei suboptimal eingestellten Patientinnen und Patienten bessern kann, beschäftigte sich eine skandinavische Arbeitsgruppe. Für seine multizentrische randomisierte Studie rekrutierte das Team um Arndís Ólafsdóttir von der NU Hospital Group in Uddevalla 117 an Typ-1-Diabetes erkrankte Erwachsene mit einem HbA1c von ≥ 7,5%, die bereits eine CGM bzw. intermittierende CGM in Kombination mit ihrer Insulintherapie (mehrmals tägliche Injektionen oder Pumpe) nutzten. Im Verhältnis 1:1 wurden sie entweder einer systematischen intensivierten oder der konventionellen Therapie zugeteilt. Während der Interventionsphase von 18 Wochen erhielt die Intensivgruppe einmal wöchentlich eine telemedizinische Beratung samt CGM-Interpretation, sofern der mittlere Glukosewert ≥ 151 mg/dl lag. Die Kontrollgruppe bekam zwei klinische Checks.
Keine schwerwiegenden Komplikationen aufgetreten
Der primäre Endpunkt war die Veränderung des HbA1c-Werts von Studienbeginn bis zur 18. Woche. In der Intensivgruppe war er zu diesem Zeitpunkt um 3,1 % gesunken, im Vergleichskollektiv um 2,4 %. Das entsprach einer adjustierten mittleren Differenz von 2,9 %. Schwere Hypoglykämien oder diabetische Ketoazidosen gab es bei den intensiv Therapierten nicht. In der Kontrollgruppe trat eine schwere Hypoglykämie auf, was einer Risikodifferenz von -1,7 gleichkam.
Ólafsdóttir AF et al. Lancet Reg Health Eur 2025; 59: 101485; doi: 10.1016/j.lanepe.2025.101485