Statintherapie treibt Diabetes an
Bei Diabetikern kann der Beginn einer Statintherapie die Progression der Erkrankung beschleunigen, wie US-Forscher in einer großen retrospektiven Kohortenstudie ermittelten.
Über zwölf Jahre verglichen sie den Verlauf der metabolischen Störung bei rund 83.000 Statin-Startern paarweise mit der gleichen Anzahl von Patienten ohne diese Therapie.
Die Auswertung ergab, dass bei den lipidsenkend behandelten Patienten häufiger eine Insulintherapie begonnen wurde. Außerdem bekamen sie mehr blutzuckersenkende Pharmaka verschrieben. Trotz der intensivierten Therapie wiesen sie öfter eine unzureichende Einstellung mit Blutzuckerwerten ≥ 200 mg/dl auf. Auch Ketoazidosen und akute Blutzuckerentgleisungen wurden vermehrt registriert, schreiben Dr. Ishak Mansi und Kollegen vom VA North Texas Health Care System. Sie raten deshalb zu einer individuellen Abwägung des Nutzens der leitliniengerechten Statintherapie gegen ein mögliches Stoffwechselrisiko.
Quelle: Mansi IA et al. JAMA Intern Med 2021; DOI: 10.1001/jamainternmed.2021.5714
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