Semaglutid hilft trotz Antipsychotika beim Abnehmen
Semaglutid verbessert Blutzuckerwerte und reduziert das Körpergewicht auch bei Menschen, die Antipsychotika der zweiten Generation einnehmen. Eine Studie aus Dänemark zeigt kardiometabolische Vorteile ohne Verschlechterung des psychischen Zustands.
Der GLP1-Rezeptoragonist Semaglutid senkt den HbA1c-Wert und das Körpergewicht von adipösen Patientinnen und Patienten – auch wenn diese parallel dazu atypische Antipsychotika einnehmen. Das zeigen Studiendaten aus Dänemark.
In der randomisierten, placebokontrollierten Studie ware 154 Menschen mit Schizophrenie, schizoptyper oder schizoaffektiver Störung eingeschlossen, die Übergewicht oder Adipositas sowie einen Prädiabetes (HbA1c 5,7–6,4 %) aufwiesen. Die psychiatrischen Patientinnen und Patienten im Alter von 18 bis 60 Jahren waren stabil und seit mindestens sechs Monaten auf ein Antipsychotikum der zweiten Generation eingestellt. Sie erhielten 30 Wochen lang randomisiert einmal wöchentlich Semaglutid, das über acht Wochen auf 1,0 mg/Woche auftitriert wurde, oder ein Placebo subkutan.
Verbesserte kardiometabolische Parameter
Semaglutid senkte den HbA1c-Wert im Beobachtungszeitraum um 0,38 Prozentpunkte, wärend er in der Kontrollgruppe leicht anstieg (+0,08 %). Das Körpergewicht sank unter dem GLP1-RA im Mittel um 9 kg, unter Placebo blieb es dagegen unverändert, schreiben die Forschenden. 81 % der mit Semaglutid behandelten Personen (Placebo: 19 %) erreichten einen HbA1c-Wert von < 5,7 %. Unter Semaglutid wurden außerdem positive Effekte auf kardiometabolische Parameter wie Cholesterin und Triglyceride beobachtet. Schließlich verbesserte sich auch die Lebensqualität der Betroffenen in Bezug auf ihre körperliche Gesundheit, während der mentale Zustand sich nicht verschlechterte.
Die häufigsten Nebenwirkungen unter Semaglutid waren gastrointestinaler Natur, die Anzahl schwerwiegender Ereignisse unterschied sich zwischen den Gruppen nicht. Die Vorteile von Semaglutid zur Prävention von Diabetes Typ 2 könnten die wirtschaftlichen Kosten der Behandlung in diesem Patientenkollektiv rechtfertigen, so das Fazit des Studienteams.
Ganeshalingam AA et al. JAMA Psychiatry 2025; 82: 1065-1074; doi: 10.1001/jamapsychiatry.2025.2332