Wie können die Versorgungsstrukturen beim Diabetischen Fußsyndrom erhalten werden, Herr Dr. Eckhard?
Um Menschen mit Diabetischem Fußsyndrom (DFS) strukturiert zu behandeln, gibt es seit 20 Jahren durch die AG Diabetischer Fuß der DDG zertifizierte Fußbehandlungseinrichtungen.
Durch die Reformpläne für die stationäre und ambulante medizinische Versorgung sind diese etablierten Versorgungsstrukturen bedroht. Warum das so ist, erklärt Dr. Michael Eckhard, Diabetologe, Spezialist für das Diabetische Fußsyndrom und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Diabetischer Fuß der DDG.
Es gibt derzeit rund 300 zertifizierte ambulante und stationäre Fußbehandlungseinrichtungen in Deutschland, in denen für Menschen mit Diabetischem Fußsyndrom (DFS) alle notwendigen Behandlungspfade und -maßnahmen koordiniert sind. Die Reformpläne im Gesundheitswesen, insbesondere das Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG), bedrohen jedoch die bestehenden Versorgungsstrukturen. Dr. Eckhard fordert eine bessere Abbildung der zertifizierten Fußbehandlungseinrichtungen und eine zusätzliche Komplexpauschale für die Behandlung des DFS.
Außerdem geht es in dieser Folge um die Senkung der Amputationsraten, die wichtige Rolle des Disease-Management-Programms (DMP), in dessen Rahmen regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt werden. Hier gibt es jedoch Nachholbedarf in der Schulung des Personals. Zudem existieren regionale Unterschiede in der Verfügbarkeit von Fußbehandlungseinrichtungen, und es ist wichtig, diese flächendeckend auszubauen. Weitere Themen sind das Zweitmeinungsverfahren (Initiative „Amputation – NEIN Danke!“ und die Prävention.
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