Birgt Küssen die Gefahr eines Glutentransfers?
Intensive Küsse übertragen offenbar kleine Mengen an Gluten. Doch überschreiten diese auch die relevanten Schwellenwerte und werden zum Risiko für Menschen mit Zöliakie?
Eine Zöliakie lässt soziales Leben und Partnerschaft nicht unberührt. Eine gute Nachricht gibt es jedoch: Wie aktuelle Studienergebnisse nahelegen, werden beim Küssen in der Regel keine klinisch relevanten Mengen an Gluten übertragen – ein Detail, das Betroffenen vielleicht ein Stück mehr Unbeschwertheit im Alltag ermöglichen kann.
In einer kleinen Studie mit zehn Paaren aus New York, bei denen jeweils eine Person aufgrund einer Zöliakie seit mindestens einem Jahr glutenfrei lebte, untersuchten die Forschenden den möglichen Glutentransfer bei einem einminütigen intensiven Kuss. Dafür wurden mit allen Paaren zwei Szenarien getestet: Im ersten verzehrte jeweils die Person ohne die Erkrankung fünf Minuten vor dem Kuss zehn Cracker (590 mg Gluten). Im zweiten Szenario trank sie unmittelbar nach dem Snack ein kleines Glas Wasser, bevor es ohne Pause zum Kuss kam.
In beiden Szenarien wurde direkt nach dem Kuss die Glutenkonzentration im Speichel des Partners bzw. der Partnerin mit Zöliakie ermittelt. Im ersten Szenario überschritten die Werte bei zwei der zehn Getesteten die als unbedenklich geltende Grenze von 20 ppm. Nach dem Trinken von Wasser lag hingegen kein Testwert über dieser Schwelle.
Das Fazit: Ein Transfer von Gluten beim Küssen ist zwar möglich, bleibt in der Regel jedoch im unkritischen Bereich. Ein Glas Wasser vor dem Kuss kann das potenzielle Risiko zusätzlich reduzieren.
Lee AR et al. Gastroenterology 2026; doi: 10.1053/j.gastro.2026.01.024