Sicherheitsrisiko durch Protonenpumpenhemmer überprüft

Erhöhtes Magenkarzinomrisiko unter PPI-Langzeiteinnahme?

Aus der Fachliteratur
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Protonenpumpenhemmer werden oft auch ohne harte Indikation langfristig eingenommen.

Eine große nordische Registerstudie relativiert frühere Sorgen: Die langfristige Einnahme von PPI war darin nicht mit einem erhöhten Risiko für Magenkarzinome assoziiert. Methodisch robuste Daten liefern damit neue Sicherheit für die klinische Praxis.

Protonenpumpenhemmer (PPI) zählen zu den meisteingenommenen Arzneimitteln weltweit. Daher stellt sich die Frage nach ihrer Sicherheit. Verschiedene Untersuchungen deuteten in der Vergangenheit da­rauf hin, dass bei einer Langzeitanwendung möglicherweise das Magenkarzinomrisiko steigt, berichtet ­Onyinyechi­ ­Duru­ vom Karolinska-Institut in Stockholm.

Allerdings wiesen die Untersuchungen erhebliche methodische Mängel auf. Beispielsweise blieben potenzielle Störvariablen wie die Infektion mit Helicobacter pylori unberücksichtigt oder es flossen in die Analyse auch Personen ein, die PPI bis kurz vor der Diagnose eines Magenkarzinoms eingenommen hatten. Solchen Schwächen begegnete das Forscherteam mit einer Fall-Kontroll-Studie. Anhand von Registerdaten aus Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden wurden 17.232 Menschen identifiziert, die zwischen 1994 und 2020 an einem Adenokarzinom des Magens erkrankt waren. Das Vergleichskollektiv bildeten 172.297 gesunde, hinsichtlich relevanter Faktoren gematchte  Kontrollen.

Risiko für Adenokarzinome des Magens war nicht erhöht

Zu den berücksichtigten Störfaktoren zählten u. a. die Helicobacter-pylori-Eradikation, peptische Ulzera, durch Rauchen oder Alkohol bedingte Erkrankungen, Adipositas, Typ-2-Diabetes sowie die Behandlung mit Metformin, NSAR und Statinen. Hiernach zeigte sich: 10,2 % der Teilnehmenden mit Magenkarzinom und 9,5 % der Kontrollen hatten PPI länger als ein Jahr eingenommen. Die Langzeitanwendung ging demnach nicht mit einem erhöhten Risiko für ein Adenokarzinom des Magens einher (adjustierte OR 1,01).

Prof. Dr. ­Wade­ ­Thompson­, University of British Columbia in Vancouver und Prof. Dr. ­Anton­ ­Pottegård­, University of Southern Denmark, Odense, bemängeln die übermäßige Verordnung von PPI. Viele Menschen wenden die Säureblocker auch ohne harte Indikation zum Teil über lange Zeiträume an. Studie ermöglicht belastbare EinschätzungVermutete oder nur durch schwache Evidenz abgesicherte Risiken rechtfertigen jedoch ihrer Ansicht nach nicht, eine indizierte Verschreibung zu verweigern oder die Einnahme zu beenden. In diesem Sinne begrüßen sie die Studienergebnisse, die eine belastbare Einschätzung des Magenkarzinomrisikos unter Langzeitanwendung bieten.

1. Duru O et al. BMJ 2026; 392: e086384; doi: 10.1136/bmj-2025-0863842.

2. Thompson W, Pottegård A. BMJ 2026; 392: s95; doi: 10.1136/bmj.s95

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