Leberfibrose bleibt oft unerkannt und trifft Millionen
Unerkannte Leberfibrose ist in der europäischen Allgemeinbevölkerung häufig und wird primär durch metabolische Faktoren sowie Alkoholkonsum getrieben. Eine bessere Früherkennung ist nötig, um das Fortschreiten zu einer Zirrhose zu verhindern.
Eine Leberfibrose wird häufig erst im fortgeschrittenen Stadium mit Zirrhose diagnostiziert. Trotz verfügbarer nichtinvasiver Tests fehlen umfassende Daten zur Prävalenz der Erkrankung, v. a. im Zusammenhang mit Risikofaktoren. Forschende des europäischen LiverScreen-Projektsuntersuchten dies nun in einer multizentrischen Kohortenstudie mit über 30.000 Personen aus neun Ländern. Als positiver Befund galt eine per Elastografie festgestellte Lebersteifigkeit von ≥ 8 kPa oder eine erhöhte ALT-Konzentration (≥ 1,5-facher Normwert) sowie eine Kombination aus beidem.
Einen positiven Test hatten 2.075 Personen (6,9 %): 1.376 wiesen eine erhöhte Lebersteifigkeit auf, davon 171 zusätzlich erhöhte ALT-Werte. Bei 699 waren die ALT-Werte trotz normaler Lebersteifigkeit erhöht. Nach weiterer hepatologischer Abklärung der positiv gescreenten Personen ließ sich bei 1,6 % eine chronische Lebererkrankung mit Fibrose bestätigen, meist im Rahmen einer metabolisch assoziierten Steatose. Fibrotische Veränderungen wurden v. a. durch metabolische Faktoren und Alkoholkonsum getrieben, insbesondere durch die Kombination aus Typ-2-Diabetes, Adipositas und schädlichem Alkoholkonsum.
Kosteneffizienz eines Screenings ist fraglich
Die Forschenden sprechen sich für ein gezieltes Screening aus. Allerdings, so heißt es in einem begleitenden Kommentar, sei unklar, ob ein Screening schwere Lebererkrankungen und deren Folgen wirksam reduzieren kann oder kosteneffizient ist. Daher seien zunächst weitere kontrollierte Studien notwendig.
1. Graupera I et al. Lancet 2026; doi: 10.1016/S0140-6736(26)00354-5
2. Abeysekera KWM, Buchanan RM. Lancet 2026; 407: 1402-1403; doi: 10.1016/S0140-6736(26)00598-2