Fäkaler immunologischer Test

Zweijährlicher Darmkrebsstuhltest – muss das sein?

Aus der Fachliteratur
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FIT-Screening erkennt Darmkrebs am häufigsten in der ersten Runde, bleibt aber auch langfristig wirksam

Viele Länder bieten eine organisierte Darmkrebsfrüherkennung mittels fäkalem immunologischen Test (FIT) an. Die höchste FIT-Positivrate und die höchste Detektionsrate kolorektaler Karzinome sind in der ersten Screeningrunde zu erwarten, eine Screeningteilnahme ist aber auch nach mehreren unauffälligen FIT-Runden sinnvoll, berichtet Prof. Dr. ­Uri ­Ladabaum von der Stanford University in Kalifornien.

Gemeinsam mit einem Wissenschaftlerteam aus Spanien untersuchte er anhand des bevölkerungsbasierten Früherkennungsprogramms in Katalonien die Screeningadhärenz. Zwischen 2010 und 2023 erhielten in dieser Region 2,81 Millionen Frauen und Männer zwischen 50 und 69 Jahren in zweijährlichen Intervallen eine Einladung zum Darmkrebsscreening. 1,51 Millionen von ihnen (53,8 %) absolvierten in insgesamt acht Screeningrunden den Stuhltest mindestens einmal. Rund 87 % der positiven FIT wurden koloskopisch abgeklärt.

Höchste Positivrate in der ersten Testrunde

Etwa 29 % der eingeladenen Personen hatten alle Screeningangebote wahrgenommen (höchste Adhärenz) und 46 % keines. Dazwischen lagen 8,6 % mit einer hohen, 11,5 % mit einer mittleren und 4,5 % mit einer niedrigen Screeningadhärenz. Sowohl im gesamten Kollektiv als auch in der Gruppe der Personen mit hoher Screeningadhärenz (Teilnahme an 66–100 % der angebotenen Tests) lag die höchste FIT-Positivrate in der ersten Screeningrunde (5,8 bzw. 4,4 % waren positiv). Gleiches galt für die Detektionsrate kolorektaler Karzinome (2,65 bzw. 1,30 pro 1.000 Personen mit FIT-Inanspruchnahme). In den folgenden Testrunden sanken die Raten an positiven FITs und die Tumordetektionsraten, berichten die Forschenden. Sie stabilisierten sich zwar nach etwa der dritten Runde auf niedrigerem Niveau, blieben aber dennoch klinisch relevant.

Selbst in der Gruppe der Teilnehmenden mit hoher Screeningadhärenz ist angesichts des altersbedingt steigenden Neoplasierisikos zu keinem Zeitpunkt ein Verzicht auf die Screeningteilnahme gerechtfertigt, unterstreichen die Autorinnen und Autoren. Und zwar auch dann nicht, wenn alle zweijährlichen Stuhltests im Vorfeld negative Ergebnisse geliefert haben.

Prof. Dr. ­Hermann ­Brenner vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg beleuchtet das Darmkrebsscreening per Stuhltest im Hinblick auf die Frage, wie viel Zeit zwischen einem positiven FIT und der Koloskopie vergehen darf. Jedes auffällige Testergebnis muss koloskopisch abgeklärt werden, betont der Experte. Dabei sollte die Diagnostik angesichts der nicht unerheblichen Progressionsraten fortgeschrittener Adenome zu Karzinomen idealerweise innerhalb von drei Monaten erfolgen.

1.    Ladabaum U et al. Gut 2026; doi: 10.1136/gutjnl-2025-336994
2.    Brenner H et al. Gut 2026;  doi: 10.1136/gutjnl-2025-337926

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