HPV-Impfung und Herdeneffekt

Schweden zeigt: HPV-Schutz wirkt auch indirekt

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Hohe HPV-Impfquoten können auch ungeimpfte Frauen indirekt vor zervikalen Vorstufen schützen.

Die HPV-Impfung schützt nicht nur Geimpfte: Eine schwedische Registerstudie zeigt, dass hohe Impfquoten auch ungeimpften Frauen zugutekommen.

Die Impfung gegen humane Papillomviren (HPV) schützt wirksam vor präkanzerösen Veränderungen am Gebärmutterhals und invasiven Zervixkarzinomen. Dabei profitieren auch ungeimpfte Frauen von einer breit angelegten Vakzinierungsstrategie, wie eine Bevölkerungsstudie aus Schweden zeigt.

Registerstudie untersuchte den indirekten Impfschutz

Ein Wissenschaftlerteam um ­Eva­ ­Meglic­ vom Karolinska-Institut in Stockholm untersuchte anhand von Registerdaten die indirekte Schutzwirkung des 2012 in Schweden etablierten staatlich organisierten HPV-Impfprogramms. Hierzu verglich die Gruppe vier Geburtenkohorten ungeimpfter Mädchen und Frauen bezüglich der Inzidenz hochgradiger zervikaler intraepithelialer Neoplasien miteinander. Insgesamt kamen die Daten von 857.168 Frauen zur Auswertung.

Die Referenzgruppe bildeten zwischen 1985 und 1988 geborene Frauen. Bei diesen vier Jahrgängen lag die Impfquote lediglich bei etwa 6 %. Die Teilnehmerinnen der Jahrgänge 1989–1992 wuchsen mit einem öffentlich geförderten opportunistischen Vakzinierungsprogramm auf, die Jahrgänge 1993–1998 hatten Anspruch auf Nachholimpfungen. Von dem staatlich organisierten und an den Schulen durchgeführten HPV-Impfprogramm, das alle Mädchen im Alter zwischen zehn und zwölf Jahren erreichte, profitierten erstmals die 1999 und 2000 Geborenen (Impfquote 72 %).

Im Zeitverlauf manifestierte sich ein deutlicher Herdeneffekt der HPV-Immunisierung, berichtet das Studienteam. Bezüglich der Neoplasien betrug das adjustierte Inzidenzratenverhältnis (IRR) in der jüngsten Kohorte (1999/2000) im Alter von 23 Jahren verglichen mit der Referenzgruppe 0,53. In den Kohorten 1989–1992 und 1993–1998 stellten die Forschenden dagegen ein deutlich höheres IRR fest (jeweils 1,26).

Die HPV-Immunisierung schützt sowohl geimpfte als auch ungeimpfte Frauen vor hochgradigen Zervixneoplasien, so das Fazit des Wissenschaftlerteams. Der beste Herdeneffekt sei bei hohen HPV-Durchimpfungsraten zu erwarten. Leisten könnten dies schulbasierte Programme.

Quelle:

Meglic E et al. Lancet Public Health 2026; 11: e35-e43; doi: 10.1016/S2468-2667(25)00297-X

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