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Die Mastitis ist eine meist bakterielle Entzündung der weiblichen (selten der männlichen) Brustdrüse. Meist tritt die Brustentzündung bei stillenden Müttern auf (Mastitis puerperalis) Dabei handelt es sich um eine in der Stillzeit auftretende Entzündung in der Brustdrüse, die durch Behinderung des effektiven Milchflusses verursacht wird oder infektionsbedingt auftritt. Eine Mastitis außerhalb des Wochenbettes (sog. Mastitis non puerperalis) ist dagegen selten und sollte immer Anlass zum Ausschluss eines Malignoms sein. Die Mastitis puerperalis stehen in einem engen Zusammenhang mit verstärkter initialer Brustdrüsenschwellung und Milchstau. Zu verstärkter initialer Brustdrüsenschwellung mit schmerzhafter Schwellung und Vergrößerung der Brüste kann es zu Beginn der Laktationsperiode (meist zwischen dritten und fünften Tag nach der Geburt) kommen.
Die Häufigkeit in den ersten zehn Tag wird zwischen 25 und 50 % der Frauen angegeben. Ursache ist ein Lymphödem im Brustdrüsengewebe. In der Folge kann die Brust nicht effizient entleert werden, wodurch das Risiko für Milchstau und Mastitis zunimmt. Inflammatorische Symptome der Brust, die aufgrund unzureichender Brustentleerung auftreten, werden als Milchstau bezeichnet. Ursachen sind
mangelnde Entleerung aller Brustbereiche aufgrund unzureichender Stilltechnik oder zu kurzer bzw. zu seltener Stillperiode
Verschluss von Milchgängen durch Verstopfung mit festen Partikeln oder durch Stoß-und Druckeinwirkung (z.B. Einschnürung durch Kleidung)
fehlender Milchspendereflex (z.B. bei Stress)
übermäßige Milchproduktion
Der Milchstau stellt einen wichtigen Risikofaktor für die Entstehung einer Mastitis dar. Im Frühstadium handelt es sich bei Mastitis puerperalis häufig noch nicht um einen bakteriellen Infekt – der Übergang ist aber fließend und anhand der Symptomatik nicht zu unterscheiden.Als Haupterreger für die Infektion der Brustdrüse gilt Staphylococcus aureus (inklusive Methicillin-resistenter Stämme). Weitere Mastitis-Erreger können ß-hämolysierende Streptokokken und andere zur Entstehung von Infektionen von Haut- und Hautanhangsgebilden befähigte Mikroorganismen (z.B. Enterobakterien, Pseudomonas aeruginosa, Hefen) Mastitis ist eines der häufigsten Probleme in der Stillzeit und führt oft zu einer frühzeitigen Beendigung der Stillens.Risikofaktoren sind:
vorangegangene Brustdrüseninfektionen
wunde Brustwarzen
akute Verletzungen der Brust (z.B. durch Piercing)
allgemein reduzierte lokale oder systemische Immunabwehr
Begleiterkrankungen (z.B. Diabetes)
Symptomatik
Symptome der verstärkten initialen Brustdrüsenschwellung
generalisierte Schwellung
Schmerzen
diffuse Ödeme
Rötungen
glänzenden Hautoberfläche
gestörter Milchfluss
meist bilateral
kein Fieber oder nur leicht erhöhte Temperatur (< 38,4 °C)
Symptome des Milchstaus
lokale Schmerzen
lokale Verhärtungen („Knoten“)
keine oder leichte Überwärmung der betroffenen Stellen
kein Fieber
gutes Allgemeinbefinden
unilateral
z. T. kleines weißes Bläschen auf der Mamille (white blister)
Symptome der Mastitis
örtlich begrenzte gerötete, überwärmte und geschwollenen Bereiche der Brust
lokale starke Schmerzen
systemische Reaktionen wie Unwohlsein und Fieber (>38,4 °C)
lokale Symptome meist unilateral, in selteneren Fällen bilateral
Untersuchung
Bei der Untersuchung zeigen sich bei Mastitis örtlich begrenzte gerötete, überwärmte und geschwollenen Bereiche der Brust. Die Palpation ist schmerzhaft.
Labor
Die Verdachtsdiagnose wird auf Grundlage des typischen klinischen Bildes gestellt. Folgende mögliche Ursachen sollten evaluiert werden:
Eine semiquantitative, mikrobiologische Untersuchung der Milch kann zusammen mit der Erregeridentifizierung und Leukozytenbestimmung in der Milch Hinweise zur Unterscheidung zwischen infektionsbedingter und nicht-infektionsbedingter Mastitis geben:
Erhöhte Werte für Entzündungsparameter können sowohl bei Milchstau als auch bei infektions-bedingter Mastitis gemessen werden (z.B. BSG, CRP, IL-6, Procalcitonin, Leukozyten)
Am besten bewährt hat sich eine ganzheitliche Betreuung einschließlich Stillberatung und emotionaler Unterstützung. Essenziell bei Milchstau und Mastitis ist eine regelmäßige Brustentleerung – falls Stillen nicht möglich, auch manuell oder mechanisch.Unterstützende physikalische Maßnahmen:
Wärmeanwendung vor dem Stillen/Abpumpen (z.B. in Form von warmen Kompressen oder Packungen) kann den Milchfluss stimulieren
kühlende Maßnahmen nach dem Stillen können Schmerzen und Schwellung vermindern.
mechanisches Ausstreichen der Brust (unter Vermeidung von unangenehmem Druck)
Zur Linderung der Schmerzen können zusätzlich NSAR angewandt werden. Führen diese Maßnahmen nach 24–48 Stunden nicht zu einer relevanten klinischen Besserung bzw. tritt trotz konsequenter Therapie eine deutliche Verschlechterung ein, ist von einer bakteriellen Mastitis mit erhöhtem Risiko für eine Abszessbildung auszugehen.Antibiotika-Therapie Bei bakterieller Mastitis ist eine systemische Antibiotika-Therapie indiziert. Vor Beginn einer kalkulierten Antibiotikatherapie sollte Material zur mikrobiologischen Untersuchung gewonnen werden. Bei der kalkulierten Antibiotikatherapie sind das wahrscheinlichste Erregerspektrum (S. aureus, beta-hämolysierende Streptokokken) und die Vereinbarkeit mit dem Stillen zu berücksichtigen. Mittel der ersten Wahl sind Cephalosporine der ersten und zweiten Generation oder Betalaktamase-Inhibitor-geschützte Penicilline. Grundsätzlich ist eine infektionsbedingte Mastitis nicht unbedingt ein Grund zum Abstillen. Ob bei Reifgeborenen eine kurzfristige Stillpause mit Abpumpen und Verwerfen der Muttermilch eingelegt wird oder die Milch weiter gefüttert werden kann, ist eine individuelle Entscheidung. Bei Infektionen mit ß-hämolysierenden Streptokokken der Gruppe B und Frühgeborenen ist aber immer eine Stillpause angezeigt.
Prävention
Wichtige Präventionsmaßnahmen sind:
richtige Stilltechnik
höhere Stillfrequenz
ausreichende Hygiene
Leitlinien
DGGG-Leitlinie: S3-Leitlinie: Therapie entzündlicher Brusterkrankungen in der Stillzeit
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